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Sony bietet mehr als eine Million E-Books und vier verschiedene E-Reader

31 Jul 2009

Sony und Google weiten ihre Kooperation aus: schon bisher waren für die Nutzer der Sony E-Reader bereits mehr als 500.000 Public-Domain-Titel kostenlos als E-Book verfügbar. Jetzt sollen es bereits mehr als eine Million Titel sein. Profitieren werden von dem größeren Angebot auch die Käufer der neuen Sony Reader PRS 300 und 600, die im Herbst in den Handel kommen.

„Ihr wolltet mehr Bücher? Sony hat Euch erhört!“

Wohl noch nie waren soviele Bücher so bequem für umsonst lesbar – aber auch noch nie war Public Domain so exklusiv: lesen dürfen auf diese Weise nur Sony-Kunden in den USA und Kanada.
Auf seiner Internet-Präsenz gibt sich Sony trotzdem ganz volksnah: „You said you wanted more books and we heard you“! Und mächtig stolz: Man gebe den Kunden mit dem neuen Angebot die größte, umfassendste Auswahl von E-Books, die derzeit verfügbar sei. Außerdem seien die epub-Versionen aus der GoogleBooks-Bibliothek für das Lesen mit einem der aktuellen Sony-Reader optimiert. Auch andere Anbieter von E-Books, wie etwa Barnes&Noble, kommen derweil an Google nicht mehr vorbei und integrieren den Public Domain-Bestand in ihre Verkaufsplattformen. Es gibt allerdings eine große Ausnahme: Amazon-Kunden haben bisher nichts von GoogleBooks.

Mit dem Google-Books-Angebot kann Sony die neuen E-Reader PRS 300 & PRS 600 besser vermarkten

Sonys Strategie ist klar: die Preise für kommerzielle E-Books sind im Sony-Store deutlich höher als bei Amazon oder Barnes&Noble. Der privilegierte Zugang zu Google Books bietet somit einen zusätzlichen Kaufanreiz für einen der Sony-Reader. Bald gibt’s ohnehin mehr Modelle: denn wie diese Woche bekannt wurde, kommen im Herbst mit dem PRS-300 und dem PRS-600 gleich zwei neue Reader auf den Markt, einmal mit 5-Zoll, einmal mit 6-Zoll-Display. Vielleicht werden ja auch einige Besitzer des älteren PRS-500 zu den Käufern gehören: mit ihrem schon etwas betagten Gerät kommen sie nämlich nicht in den Genuss des neuen PublicDomain-Angebots.

Sony weiß vieles, doch niemand kennt die Leser besser als Google…

Für viele Beobachter verträgt sich allerdings der Public Domain-Anspruch wenig mit der exklusiven Kontrolle durch Branchenriesen wie Sony oder Google. Doch nicht nur das. Google Books selbst geriet in letzter Zeit verstärkt in die Kritik – nicht aus Gründen des Urheberrechts, sondern auch aus Sicht des Datenschutzes. Ein offener Brief von US-Bürgerrechtsorganisationen legte vor wenigen Tagen noch einmal deutlich den Finger auf die Wunde: „Under its current design, Google Book Search keeps track of what books readers search for and browse, what books they read, and even what they ‚write‘ down in the margins“. In der deutschsprachigen Presselandschaft blieb das bisher allerdings eher eine Randnotiz.