Sommerloch-Spezial: Mit dem Kindle in die Badewanne?

Lesen in der Badewanne oder im Pool – fast wäre dieses Sommerloch-Thema an uns vorbeigegangen. Okay, natürlich können E-Books an sich gar nicht nass werden, genauso wenig wie das elektronische Geld auf dem Girokonto. Doch was bei gedruckten Büchern ein gewisses Risiko darstellt (Platsch!), ist es bei E-Readern natürlich erst recht. Ein Gerät für hundert Euro oder mehr möchte man nicht mal eben so im Badeschaum versenken. Die einfachste Lösung lautet deswegen: Druckverschluss-Beutel. Also eine wiederverschließbare Plastik-Tasche, wie man sie normalerweise für Gefriergut verwendet. Zumindest Spritzwasser sollte damit kein Problem mehr bereiten, und auch ein kurzes Untertauchen nicht als Katastrophe enden.

Touch-Screen-Geräte im Plastikbeutel

Joanna Cabot von Teleread hat nun die Probe aufs Exempel gemacht – interessanterweise mit Touch-Geräten. Umgeblättert wird bei Kobo Touch, Kindle Touch sowie iPod Touch schließlich mit dem Finger auf dem Display. Doch funktioniert das noch, wenn sich dazwischen eine Plastikfolie befindet? Der Intuition nach sollte es bei Touch-Geräten, die Infrarot-Technik nutzen, einfacher sein als bei Gadgets wie iPod Touch oder iPad. Denn deren kapazitive Screens erfassen Bewegungen über Veränderungen des elektrischen Widerstands.

Mit kapazitiven Displays kein Problem

Tatsächlich lief es beim improvisierten Test in der Wanne aber genau umgekehrt – die Lektüre mit Kobo Touch und Kindle Touch wurde durch die Druckverschluss-Tasche beinahe unmöglich, vor allem das Umblättern bereitete Probleme. Was natürlich nicht einer gewissen Ironie entbehrt – denn auch ein noch so spannenden Buch aus Papier ist im Plastikbeutel kein echter Page-Turner mehr. Mit dem iPod Touch dagegen lief die Interaktion zwischen Finger und Touch-Screen auch durch die transparente Folie gewohnt flüssig ab.

Noch besser: die 100% wasserdichte Lösung

Wer elektronische Bücher in Feuchträumen oder maritimen Umgebungen schmökern möchte, sollte also besser zum Smartphone oder Tablet greifen. Oder zu einem Tasten-Reader, denn die Mechanik von Umblätter-Tasten wird natürlich erst recht nicht durch einen Druckverschluss-Beutel beeinträchtigt. Am allerbesten wäre es natürlich, etwas Geld in eine Spezial-Tasche zu investieren, die tatsächlich eine hundertprozentig wasserdichte und hermetische Verriegelung garantiert. Die gibt’s nicht nur für Fotoapparate, sondern auch für mobile Gadgets aller Art. E-Reader bis 7 Zoll passen etwa in den wasserdichten Aquapac-Beutel, der ab 30 Euro angeboten wird.

Abb.: gothick_matt/Flickr

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".