Social Media & Beratung per Telefon: Bilandia will Online-Buchhandlung für das Web 2.0 sein

Mit einer virtuellen Buchhandlung will Bilandia.debilandia bestseller online-buchhandlung keine e-books.gif die Lücke zwischen Online-Riesen wie Amazon und dem Buchladen um die Ecke schließen. Das 2009 gestartete Angebot setzt nicht nur auf Social Media, sondern auch auf die assoziative Buchsuche – etwa nach Ort, Zeit oder persönlicher Stimmung. Nicht alles ist rein virtuell: Auf Wunsch gibt es auch eine persönliche Beratung per Telefon. E-Books bekommt man bei bilandia bisher leider auch nicht.

„Das Internet hat im Buchbereich noch eine Marktlücke“


Print-Bücher wird es auch im E-Book-Zeitalter geben. Was sich ändern dürfte, ist der Weg, auf dem sie zum Leser gelangen. Mittlerweile hat der Online-Buchhandel in Deutschland bereits einen Marktanteil von 21 Prozent. Das Kaufverhalten ist jedoch kaum zu vergleichen – im Internet wird zumeist gezielt geshoppt, gestöbert wird zumeist im Buchladen. Was auch daran liegen mag, dass man dort ein Buch von vorne bis hinten anschauen kann. Im Internet gibt es bisher dagegen zwar Preview-Widgets, doch beschränkt sich die Vorschau zumeist auf wenige Seiten. Zufallsfunde bei der Recherche sind zudem eher selten. Zumindest bis jetzt. Julia von dem Knesebeck ist angetreten, die Vorteile von Buchhandlung und Online-Portal in neuer Form zu kombinieren. „Unsere Marktanalysen haben gezeigt, dass es im Buchbereich eine Marktlücke im Internet gibt, und diese wollen wir mit bilandia schließen“, so die Bilandia-Gründerin. Das in München ansässige Unternehmen bietet mit seinem Online-Portal einerseits erweiterte Suchfunktionen, andererseits eine Buch-Community, bei der die Emfpehlungen und Lektüreerfahrungen der Leserinnen und Leser im Vordergrund stehen. Kaufen kann man die Bücher natürlich auch – zumindest die Print-Ausgaben.

Die assoziative Buchsuche fragt nach Farben oder Jahreszeiten


Inhalte können bei Bilandia zum Beispiel durch eine Weltkarte oder die Angabe einer Jahreszahl gesucht werden. Die „Geo“-Suche ist allerdings eher grob nach Kontinenten gerastert, wer wirklich auf der Landkarte nach den Schauplätzen von Romanen Ausschau halten möchte, ist mit der Google-Maps-gestützten Anwendung Pinbooks besser bedient. Unter dem Stichwort „Inspiration“ ermöglicht Bilandia die Eingabe von Farben in Kombination mit frei gewählten Stichworten. Die Suchfunktionen stehen allen Besuchern der Seite offen. Registrierte Nutzer können dagegen auch auf die Lektüre-Tipps der Lesergemeinschaft zurückgreifen und Bewertungen abgeben. Bei der Beurteilung von Büchern (bei Bilandia „Abstracts“ genannt) wird eine Art Steckbrief-Struktur vorgegeben – die dargebotenen Informationen sind dadurch oft deutlich lesbarer als etwa Kundenrezensionen bei Amazon. Ähnlich wie bei den „großen“ Sozialen Netzwerken kann man zudem andere Leser dem eigenen Profil als „Freund“ hinzufügen (und auch wieder „entfreunden“), Abstracts bewerten oder per E-Mail, Twitter oder Facebook weiterempfehlen.

Bilandia gibt’s neuerdings als iPhone-App – doch auch mobil lassen sich keine E-Books kaufen


Doch eine wirkliche Verknüpfung von Lesern und Literatur schafft Bilandia nicht. Es bleibt letztlich bei einer oberflächlichen Nutzung von Social-Media-Komponenten, denn das Lesen an sich findet anderswo statt. Dagegen zeigen Modelle wie etwa BookGlutton, wie man im Web 2.0 sogar gemeinsam durch Letternwüsten reist und interessante Fundstellen kommentieren und diskutieren kann. Das E-Book-Widget von BookGlutton lässt sich sogar in eigene Web- bzw. Blogseiten einbinden. Merkwürdig ist letztlich auch, warum man bei Bilandia neben Hörspiel-CDs und Film-DVDs bisher nur gedruckte Bücher kaufen kann. Vor allem, da es das Angebot von Bilandia nun auch als iPhone-App gibt. Sicher, mit DHL ist ein Buch quasi per Knopfdruck nach wenigen Tagen auf dem Schreibtisch. Doch die elektronische Version braucht eben per Datenautobahn nur wenige Sekunden. Das Berliner Startup textunes etwa zeigt, wie man mit sorgfältig ausgewählten und grafisch gut umgesetzten E-Books eine erfolgreiche Online-Buchhandlung betreiben kann. Ergänzt mit Social-Media-Komponenten dürfte es solchen Anbietern in Zukunft gelingen, sich ein gutes Stückchen vom wachsenden Online-Kuchen abzuschneiden.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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