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Smashwords E-Book Analyse: Wie wird ein Buch zum Bestseller?

14 Mai 2013

Die populäre US-Plattform Smashwords hat letzte Woche eine Analyse von Erfolgsfaktoren für E-Books von Selfpublishern und Kleinverlagen veröffentlicht. Datenbasis sind 120.000 E-Books mit einem Umsatz von 12 Millionen Dollar, schwerpunktmäßig auf dem amerikanischen Markt.

Hier die Ergebnisse in Kurzform:

  • Viele E-Books verkaufen sich kaum, aber die, die sich verkaufen, tun es sehr gut. Rang 1 verkauft sich doppelt so gut wie Rang 5 und 37 mal so gut wie Rang 500, wobei 500 auch schon nicht schlecht ist. Es ergibt sich eine sehr steil abfallende Kurve, die dann lange ausläuft.
  • Lange Bücher verkaufen sich besser als kurze. Die besten 100 E-Books haben eine durchschnittliche Länge von 115.000 Wörtern. Das kann besonders denen zu denken geben, die ihre Geschichte in viele kleine Häppchen aufteilen.
  • Kürzere Titel werden gegenüber längeren leicht bevorzugt.
  • Die meisten E-Books werden in einer Preisrange von 0 – 2,99 Dollar angeboten.
  • Günstige E-Books werden häufiger gekauft als teure. Kostenlose werden etwa 97 mal häufiger heruntergeladen als andere (was nicht heißt, dass sie auch so oft gelesen werden). Eine Überraschung ist, dass E-Books zwischen 1,00 und 1,99 Dollar außergewöhnlich schlecht laufen.
  • Am häufigsten werden E-Books zu 3,99 Dollar gekauft. Das ist die zweite Überraschung. Vermutet wird, dass Leser nicht nur auf den Preis sehen, sondern GUTE Bücher wollen – und dass sie auch wissen, dass Qualität einen Preis hat, und bereit sind, ihn zu bezahlen. Bei höheren Preisen nehmen die Verkaufszahlen wieder ab. Daraus folgt fast zwangsläufig, dass Autoren mit einem Preis von 3,99 Dollar durchschnittlich am meisten verdienen.
  • Dieses Preis-Verkaufs-Verhältnis offenbart den Wettbewerbsvorteil von Indie-Autoren gegenüber Verlagsautoren. Ein Verlag muss sehr viel teurer anbieten, damit der Anteil seiner Autoren vergleichbar hoch ist und er gleichzeitig seine Kosten decken kann, was sich aber in schlechteren Verkaufszahlen niederschlägt.
  • Diese Ergebnisse sollten nicht dazu verleiten, dass man seine Story bis auf die „ideale“ Länge aufbläht, sie mit einem kurzen Titel zu 3,99 Dollar anbietet – und dann automatisch Erfolg hat. Entscheidend bleibt eine mitreißende Geschichte in hoher Qualität. Außerdem hat jeder Markt seine eigene Dynamik, aber einige Denkanstöße kann man vielleicht doch gewinnen.

Wer die ganze Studie lesen möchte, findet sie hier: http://blog.smashwords.com/2013/05/new-smashwords-survey-helps-authors.html

Abb.: Smashwords