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Smartwatch, Monitor, Bilderrahmen: Sieben coole E-Ink-Gadgets jenseits von Kindle & Co.

7-coole-eink-gadgets-jenseits-vom-kindleDie E-Book-Revolution wäre ohne E-Ink kaum denkbar. Mittlerweile haben aber die LED-Displays von Smartphone und Tablet dem elektronischen Papier im Kernbereich längst den Rang abgelaufen, die große Zeit der klassischen E-Ink-Reader geht zu Ende. E-Ink-Displays werden aber weiterhin in beachtlicher Stückzahl produziert, denn die Zahl der Anwendungen wächst. Keine andere Display-Technologie ist bisher ähnlich lesefreundlich und akkuschonend zugleich. Wir stellen hier sieben coole Gadgets vor, die neue Wege für das elektronische Papier weisen könnten – von der Smartwatch bis zum Bluetooth-Bilderrahmen.

1. Pebble Smartwatch


pebble-kickstarter-epaper-smartwatchWas ist wirklich smart an einer Armbanduhr, die alle 24 Stunden an die Steckdose muss? Die Pebble Smartwatch hat dieses Problem nicht – denn das clevere Accessoire für iOS- oder Android-Smartphones mit seinem 144 x 168 Pixel großen E-Ink-Display hält locker bis zu einer Woche durch – und ist bei einem Preis ab 130 Euro (Amazon.de) durchaus erschwinglich. Entworfen wurde die Pebble 2011 vom kalifornischen Uhren-Designer Eric Migicovsky, der Marktstart fand 2012 via Kickstarter statt. Was bietet das clevere Chronometer? Zunächst mal dank Bluetooth-Schnittstelle den direkten Draht zum Smartphone. Mit eigenem Vibrationsalarm und Display-Einblendung meldet sich die E-Paper-Uhr, sobald ein Anruf eingeht, blendet Wetterdaten ein, dräuende Termine oder neue Facebook- & Twittermeldungen. Zahlreiche Apps nutzen auch die GPS-Funktionen des Smartphones, so können sich etwa Radfahrer, Jogger oder Wanderer auf der Uhr Geschwindigkeit oder Entfernung zum Ziel anzeigen lassen. Frei konfigurierbar ist auf dem 144 x 168 Pixel großen Display natürlich auch das Aussehen der Uhr selbst. Seit Ende 2014 gibt’s auch eine deutschsprachige Benutzeroberfläche.

  • Display: 1,6 Zoll E-Ink (plus LED-Backlight)
  • Gewicht: 100 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu 7 Tage
  • Preis: ab 130 Euro (Amazon.de)

2. Ink Case Plus (Smartphone-Hülle)


inkcase-smarte-huelle-mit-e-inkSolange der edle Wettstreit zwischen LED und E-Ink (vielleicht demnächst nicht nur mit Glowlight, sondern in Farbe & blitzschnellen Seitenwechseln!?) noch nicht entschieden ist, bleibt Zeit für clevere Kompromisse. Der günstigste Weg: das Android-Phone ganz einfach mit einer smarten E-Ink-Hülle aufrüsten. Das InkCase Plus von Oaxis Inc. dockt als Second Screen nahtlos an und bleibt im Gegensatz zum First Screen immer eingeschaltet. Über das normale Display geklappt können so können auf dem 3,5-Zoll-Display aus elektronischem Papier nicht nur Fotos, Wetter- oder Fitness-Infos angezeigt werden, sondern auch E-Books oder Benachrichtigungen. Auch E-Tickets können angezeigt werden, selbst wenn das Smartphone schlapp macht. Für viele weitere pfiffige Funktionen sorgt eine wachsende Zahl von Apps, die Dritt-Entwickler beisteuern. Daten zwischen Phone und Hülle werden via Bluetooth ausgetauscht, gespeist wird das InkCase von einem eigenen kleinen Akku. Klein, aber oho: Die maximale Lesedauer mit einem Samsung S4 soll sich von 4 Stunden auf bis zu 19 Stunden erhöhen. Genau wie die Pebble Smartwatch fand auch beim Ink Case Plus der Marktstart via Kickstarter statt.

  • Display: 3,5 Zoll E-Ink, 360×600 Pixel
  • Akkulaufzeit: Bis zu 19 Stunden Lektüre
  • Schnittstelle: Bluetooth
  • Gewicht: 45 Gramm
  • Preis: 79 Dollar (plus Versandkosten)

3. Yotaphone 2 (E-Ink-Smartphone)


yotaphone-2-im-testErinnert sich noch jemand an Dual-Screen-Lesegeräte, die E-Ink und LED kombinierten? Bei Smartphones sind solche Hybrid-Konzepte gerade mächtig en vogue. Seit Ende 2014 machte z.B. das Yotaphone 2 des russischen Herstellers Yota mächtig von sich reden. Die technisch verbesserte Version hat nun ein stromsparendes Second Screen mit Touch-Funktionalität, die Auflösung wurde auf 4,7 Zoll und 960 x 540 Pixel erhöht (die AMOLED-Vorderseite hat 5 Zoll bei 1920 x 1080 Pixel). Zudem wurde das Äußere erkennbar verschlankt, das nun 9 Millimeter dünne Gerät wiegt gerade mal 145 Gramm. Viele normale Android-Apps und Basisfunktionen wie Uhrzeit, Termine, SMS und E-Mail-Nachrichten lassen sich somit spiegeln und auch auf der Rückseite bedienen und beliebige Daten anzeigen (mal abgesehen von Bewegtbild). Allerdings bemängeln die Tester träge Reaktionen des Touch-Screens, sondern auch mangelnde Schärfe beim Schriftbild. Billig wird der Spaß bei einem Gerätepreis ab 689 Euro ohnehin nicht. Doch immerhin: wer den stolzen Preis für das neue Yotaphone berappt, soll durch häufige Nutzung der E-Ink-Rückseite die Akuuleistung auf bis zu drei Tage ausdehnen können.

  • Display: 4,7 Zoll E-Ink, 960×540 Pixel (plus 5 Zoll AMOLED)
  • Gewicht: 145 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu drei Tagen
  • Preis: ab 689 Euro

4. Onyx BOOX T68 Lynx (E-Ink-Tablet mit Android)


onyx-boox-t68-lynxAm nächsten dran am klassischen E-Reader ist in dieser Auflistung von E-Ink-Gadgets wohl dieses Android Tablet von Onyx mit 6,8 Zoll E-Ink-Touchscreen und Glowlight. Denn immerhin lassen sich neben der integrierten Lese-App via Google Play Store auch klassische E-Reading-Anwendungen wie die Kindle App oder eine Flatrate-App à la Skoobe installieren. Doch daneben steht eben auch das komplette App-Universum offen, so dass man komfortabel E-Mailen, twittern, facebooken und im Web surfen kann. In Verbindung mit einer Bluetooth-Tastatur und Office-Anwendungen wie Kingsoft App oder Google Doc lässt sich das Onyx Boox T68 sogar als Mini-Laptop nutzen. Die Auflösung kann sich mit 1440 x 1080 Pixeln sehen lassen, die Akkulaufzeit soll für bis zu 18.000 Seitenwechsel reichen. Wer multifunktionales Mini-Android-Tablet mit langer Akkulaufzeit sucht und augenschonendem E-Ink-Display sucht, kommt am Onyx Boox T68 derzeit nicht vorbei. Man sollte aber auch wissen: im direkten Vergleich mit einem klassichen E-Ink-Reader schneidet das Display nicht ganz so gut ab…

  • Display: 6,8 Zoll E-Ink, 1440 x 1080 Pixel, Glowlight, Touchscreen
  • Gewicht: 250 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu 18.000 Seitenwechsel
  • Betriebssystem: Android 4.0, Google Play Store
  • Preis: ca. 189 Euro

5. Hemingwrite („Kindle-Schreibmaschine“)


hemingwrite-schreibmaschine-mit-e-ink-displayDie gute alte Schreibmaschine war zwar schwer und monofunktional, dafür aber 100 Prozent ablenkungsfrei. Die von Adam Leeb und Patrick Paul entwickelte „Hemingwrite“ knüpft daran an: die Retro-Optik dieses Gadgets erinnert stark an die mit Display ausgestatteten Speicherschreibmaschinen der frühen Neunziger Jahre. Als Display dient in diesem Fall allerdings ein 6-Zoll-E-Ink-Bildschirm im Querformat, fast so, als hätte man statt Papier ein Kindle in die Schreibmaschine eingespannt. Die wichtigsten Funktionen lassen sich mit großen Schalthebeln einstellen. Beim Keyboard setzen Leeb und Paul auf Tastenmodule mit fühlbarer Kontaktrückmeldung. Der eingetippte Text landet entweder auf dem integrierten Speicher, läßt sich aber via WiFi-Schnittstelle auch direkt bei Google Docs oder Evernote zwischenparken. Das Chassis besteht aus einer Aluminium-Gußform mit ausklappbarem Tragegriff. Wer möche, kann das 1,8 Kilogramm schwere Gadget dank sechs Wochen Akkupower mit in die einsame Waldhütte nehmen, um dort endlich mal in Ruhe zu schreiben. Der Produktlaunch lief im Herbst 2014 via Kickstarter, ab Herbst 2015 soll die Hemingwrite lieferbar sein.

6. Dasung PaperLike: E-Ink-Monitor


e-ink-monitor-von-dasungWer lieber am heimischen Bildschirm schreibt, hat auf dem Desktop zukünftig ebenfalls eine interessante E-Ink-Alternative: auf der letzten CES in Las Vegas wurde mit dem Dasung PaperLike der erste veritable E-Ink-Monitor mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale vorgestellt.
m Standard-Modus können bei einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln 16 Graustufen dargestellt werden, es gibt aber auch einen 5-Graustufen bzw. 2-Stufen (also Schwarz-Weiß-)Modus, bei dem die Screen-Refresh-Rate fast so schnell ist wie bei einem normalen LCD-Monitor, was u.a. auch die Darstellung von Bewegtbildern ermöglicht. Dasungs Monitor basiert auf dem speziell für große Displays entwickelten Standard “Fina E-Ink”, der Glas als Trägermaterial nutzt und dank schlankerem Aufbau deutlich Gewicht spart. Der „PaperLike“ ist als Second Screen konzipiert – das Bild kommt via USB vom Laptop. Auf dem chinesischen Markt wurde das Gerät Ende 2014 zum Preis von umgerechnet 675 Euro an den Start gebracht. Europa muss wohl leider noch etwas warten…

  • Display: 13,3 Zoll E-Ink
  • Akku: n.v., Stromversorgung via USB-Kabel
  • Preis: ca. 675 Euro (in Europa derzeit noch nicht lieferbar)

7. Vikaura E-Ink Bilderrahmen


vikaura-e-ink-bilderrahmenDas Internet der Dinge hat uns schon diverse skurrile Gegenstände mit sehr unterschiedlichem Nutzwert beschert. Wie wär’s mal mit einem interaktiven Bilderrahmen aus E-Ink!? Die Kickstarter-Crowd hat gerade entschieden: Tolle Idee, her damit. Ab Sommer 2015 ist das Gadget lieferbar. Das Vikaura-Prinzip ist App-zentriert: Per Smartphone oder Tablet schickt man Bilder, Texte oder Emojis via Bluetooth in Richtung Bilderrahmen, dort werden sie dann dargestellt, wahlweise im vier, sechs oder zehn Zoll-Format. Auch Feeds, etwa mit Nachrichten oder Wetterdaten, lassen sich automatisch auf das Vikaura leiten. Außerdem können mehrere Personen Inhalte an verschiedene Bilderrahmen innerhalb eines persönlichen Netzwerkes schicken, um etwa ein Bild mit der Familie oder Freunden zu teilen. Der Bildschirm selbst ist allerdings ziemlich “dumm”, er stellt ganz einfach Bilder dar, die man ihm zuschickt, insofern vergleichbar mit passiven Second Screens für das Smartphone (siehe obiges Inkcase). Am “Vikaura” selbst lässt sich nicht einmal zwischen den Inhalten hin und her blättern. Preislich rangiert Vikaura je nach Display-Format zwischen 100 und 200 Dollar, kostet also ungefähr so viel oder sogar etwas mehr als ein E-Reader.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „Smartwatch, Monitor, Bilderrahmen: Sieben coole E-Ink-Gadgets jenseits von Kindle & Co.“

  1. Ich wusste gar nicht, dass es so viele E-Paper Gadgets gibt.
    Die schau ich mir doch gleich mal genauer an.
    Cooler Artikel und vor allem die Pebble ist sehr interessant.

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