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Skoobe-Studie: „E-Books sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“

7 Dez 2012 Ansgar Warner 1 Kommentar

Falls es jemand noch nicht wusste: die Lektüre von E-Books verbreitet sich auch in Deutschland rasant, sie führt nach und nach sogar zu einem „Paradigmenwechsel der Kulturtechnik Lesen“. Das bestätigt jetzt der „Trendreport E-Reading 2012“, für den u.a. knapp 450 Nutzer der E-Lese-App Skoobe befragt wurden. Besonders interessant bei dieser Klientel war der Altersschwerpunkt – der liegt nämlich zwischen 40 und 49 Jahren, und somit im Segment der „klassischen Vielleser“ (von denen wiederum 60 Prozent „Vielleserinnen“ sind). Dem stationären Buchhandel werden die Ergebnisse kaum schmecken, betreffen sie doch den strategischen Kern der eigenen Kundenbasis: Insgesamt konnte sich ein Drittel der Studienteilnehmer vorstellen, in Zukunft ganz auf gedruckte Bücher zu verzichten, im Durchschnitt wird bereits fast drei Viertel der privaten Lesezeit mit digitaler Lektüre verbraucht.

Was viele überraschen wird: Für die Mehrheit stellt Lesen am Bildschirm erklärtermaßen keine Barriere mehr dar. Frühere Studien hatten dagegen weitaus mehr Berührungsängste gegenüber den neuen Lesemedien vermeldet. In Verbindung mit den demografischen Daten (höheres Alter, überwiegend berufstätig, höherer Bildungsabschluss) scheint sich also tatsächlich ein neuer Trend anzudeuten: „Wir werten das als wichtiges Indiz dafür, dass die Ausbreitung von E-Books nicht etwa zuerst technologiegetrieben durch die Fans technischer Gimmicks erfolgt, sondern von den klassischen Buchlesern aufgrund von den wahrgenommenen Vorteilen in Nutzung und Anwendung getrieben wird“, erklärt Studienautor Thomas Perry. Kein Wunder, dass die Studie angesichts solcher Fortschritte elektronischen Büchern ein großes Marktpotenzial voraussagt.

Eine wichtige Rolle bei der Gewöhnung an das elektronische Lesen scheint die Übermacht des Digitalen auf allen Kommunikationskanälen zu spielen – von E-Mails und sozialen Netzwerken über Online-Nachschlagewerke bis hin zu News findet bereits ein Großteil des Informations-Alltags online statt, auch in der Altersgruppe Ü 40. Und höchstwahrscheinlich mobil, denn die E-Book-Flatrate der von Holtzbrinck und Random House Verleih-App Skoobe gibt’s schließlich nur auf Smartphones & Tablets der Apple- und Android-Welt. Insofern dürfte die Auftraggeber der Studie eine weitere Erkenntnis freuen: die Leser wünschen sich nicht nur niedrigere E-Book-Preise, sondern geben an, bei der Ausweitung von Flatrate-Angeboten würden sie auch deutlich mehr lesen. Die Experimentierfreude wächst obendrein: Vier von fünf Befragten gaben an, häufiger spontan in unbekannte Bücher bzw. Leseproben hineinzuschauen als vor ihrem Einstieg in das E-Book-Zeitalter.

„Das Feedback unserer Nutzer gemeinsam mit den Studienergebnissen hat
unsere Entscheidung gestärkt, unsere Bücher-App weiterhin als Lese-Flat anzubieten“ bestätigt Christian Damke, Geschäftsführer von Skoobe. Das dürfte die Skoobe-Nutzer sicherlich freuen, denn lange Zeit war unklar, ob es sich bei der Verleihplattform nur um ein temporäres Experiment handeln würde. Das Eröffnungsangebot – die Ausleihe von fünf E-Books pro Monat für 9,99 Euro – war ursprünglich bis März 2013 befristet. Nun soll es aber offenbar auch längerfristig zur Verfügung stehen, ergänzt durch eine Premium-Version, die für 19,90 Euro bis zu 15 virtuelle Regalplätze enthält. Gewachsen ist auch die Zahl der verfügbaren E-Books – bis Ende des Jahres sollen die elektronische Leihbücherei bereits mehr als 20.000 Titel enthalten.

Abb.: Skoobe

Ein Kommentar »

  • Daniel schrieb:

    Ohje.
    “Was viele überraschen wird: Für die Mehrheit stellt Lesen am Bildschirm erklärtermaßen keine Barriere mehr dar.” – Äh, ist klar, denn die Studie wurde ja unter Skoobe-Nutzern durchgeführt. Also Menschen, die bereits am Bildschirm lesen.

    Ganz nette Marketing-Studie um das eigene Modell zu pushen. Mehr leider auch nicht. Ich halte nichts vom Ausleih-Modell. Monatlich bezahlen und dann nicht mal die E-Books besitzen? Nee, nee…