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Showdown unterm Christbaum: Kindle-Books überflügeln Print, iPod Touch toppt iPhone

29 Dez 2009 Ansgar Warner 3 Kommentare

Showdown unterm Christbaum - Amazon verkauft mehr E-Books als Print iPod Touch toppt iPhone.gifAmazons E-Reader ist ein echtes Christ-Kindle: in den USA verkauften sich vor Weihnachten so viele Geräte, dass am 25.12. erstmals mehr E-Books als Bücher aus Papier geshoppt wurden. Beliebtes Präsent war aber auch der iPod Touch. Bei den App Downloads überholte er über die Feiertage sogar das iPhone.

“We feel like Kindle is bigger than we are”


Gerade erst hatte Amazon-Chef Jeff Bezos im Interview mit Newsweek beeindruckende Zahlen verkündet: “Bei allen Titeln, die es auch als E-Book gibt, entsprechen die verkauften Kindle-Versionen 48 Prozent der Print-Verkäufe. Im Mai lag diese Zahl noch bei 35 Prozent.” Schon seit dem Herbst war der Kindle-Reader in den USA das meistverkaufte Produkt – im Weihachtsgeschäft konnte das Unternehmen aber noch einmal kräftig zulegen. Genaue Verkaufszahlen nennt Amazon zwar auch weiterhin nicht – doch die Weihnachtsbotschaft aus Amazons Pressestelle spricht für sich: als Santa Claus dann zahlreichen Amerikanern am 25.12. einen Kindle unter den Christbaum legte, übertrafen die E-Book-Verkäufe erstmals die Umsätze mit “physischen” Büchern. Besonders im Trend lag neben Dan Browns “Lost Symbol” übrigens Kathryn Stockets hierzulande noch ziemlich unbekannter Civil Rights- & Racial Divide-Roman “The Help”. Ganz vorne bei den gedruckten Büchern war dagegen jemand, der auch deutschen Lesern bekannt sein dürfte: die erfolglose Vizepräsidentinnen-Kandidatin Sarah Palin mit ihrem Blick zurück im Zorn (“Going Rogue”).

Apple rocked it this holiday season

Showdown unterm Christbaum - Amazon verkauft mehr E-Books als Print iPod Touch toppt bei App Downloads  iPhone.gifEin ähnliches Phänomen zeigte sich bei Apple – denn der App-Store vermeldete in den letzten Tagen ebenfalls beeindruckende Download-Rekorde. “Apple rocked it this holiday season”, kommentierte MobileCrunch, und nicht ganz zu unrecht: man konnte nämlich von November auf Dezember satte 50 Prozent Zuwachs verzeichnen. Den Vogel abgeschossen hat am ersten Weihnachtstag interessanterweise nicht das iPhone, sondern der iPod Touch – die Touch-Screen-Gadgets mit WLAN-Funktion waren in den USA offenbar ähnlich wie der Kindle ein ganz besonders populäres Geschenk. Mit dem Finger auf dem Display statt auf dem bunten Teller bescherten die überwiegend jugendlichen iPod-Neulinge am “Christmas Day” Apples App Store auf diesem Sektor einen 1000-prozentigen Download-Anstieg.

Reality killed the E-Reader-Star: In Deutschland ticken die digitalen Uhren anders


Die Download-Erfolge zeigen vor allem eins: die kritische Masse an mobilen Lesegeräten ist in den USA mittlerweile erreicht worden. Nach Schätzungen des US-Marktforschungsunternehmen In-Stat besitzen bis dato sechs Prozent der amerikanischen Verbraucher ein Gadget, dass sich für die Unterwegs-Lektüre digitaler Inhalte eignet. Im nächsten Jahr soll diese Zahl auf bis zu 17 Prozent steigen – kein Wunder, denn neben Smartphones und Tablet-PCs kommt mehr als ein Dutzend neuer E-Reader auf den Markt. Das deutsche Leseländle wird diesem Trend noch auf absehbare Zeit hinterher dümpeln – der Verlagsberatungsfirma Kirchner + Robrech zufolge sollen aber immerhin in den nächsten fünf Jahren etwa drei Millionen E-Reader über den Ladentisch gehen. In den USA wurden alleine in diesem Jahr bereits zwei Millionen Geräte verkauft. Dementsprechend lesen sich auch die aktuellen Wasserstandsmeldungen von Amazon Deutschland. Zwar erlebte man die bisher verkaufsstärkste Weihnachtssaison überhaupt – alleine am 18. Dezember wurden 600.000 Produkte online gehoppt – doch unter den Topsellern waren weder Kindle noch Kindle-Books. Besonders beliebt waren in punkto Unterhaltungselektronik Farbfernseher, Digitalkameras und Spielekonsolen. Und beim “Content” standen ganz vorne die DVD-Version von Harry Potter und dem Halbblutprinzen, die New Super Mario Bros. für die Wii sowie Dan Brown – aber nicht als E-Book, sondern als Hardcover.

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