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Self-Publishing via iBooks: Wie Apple Autoren auf dem iPad die Direktvermarktung ermöglicht

28 Mai 2010

apple-ipad-ibooks-self-publishing-e-bookSelf-Publishing via iBooks – mit dieser Option ermöglicht Apple jetzt Autoren, ihre E-Books auf dem iPad direkt zu vermarkten, unabhängig von Verlagen oder Buchhändlern. Technische Voraussetzungen sind eine ISBN-Nummer und eine Vorlage im epub-Format. Einen ähnlichen Service bietet Amazon mit seinem DTP-Programm für den Kindle an. Apples Self-Publishing-Angebot richtet sich vorerst allerdings nur an US-Kunden – man braucht nämlich eine amerikanische Steuernummer.

Self-Publishing als Content-Spritze: Was Amazon kann, kann Apple schon lange

Amazon scheint Apples großes Vorbild beim Ausbau des iPad-Universums zu sein. Nach und nach hat Jeff Bezos um den Kindle-Reader und den Kindle-Shop ein ganz eigenes Ökosystem für elektronische Bücher geschaffen. Um möglichst viele E-Books anbieten zu können, gibt es für Rechteinhaber & Autoren auf der ganzen Welt die Möglichkeit, das Self-Publishing Tool DTP zu nutzen. Für Selbstvermarkter ist das äußerst attraktiv – durch die Kindle-Apps, die nicht nur auf PCs und Macs, sondern auf zahlreichen mobilen Geräten laufen, ist die Zahl der potentiellen Leser in lezter Zeit enorm gewachsen. Apple hinkt dieser Entwicklung deutlich hinterher – das Problem ist einerseits die deutlich kleinere Gerätebasis. Da im Sommer 2010 mit dem iPhone OS 4.0 die iBooks-App auch in einer Version für Apples Edel-Handy zur Verfügung stehen wird, ist hier die Abhilfe zumindest in Sicht. Doch um wirklich mit dem Amazon-Store konkurrieren zu können, braucht Apple vor allen Dingen auch mehr Content.

Leere Regale im iBooks-Shop können für Selbstvermarkter auch eine Chance sein

Das ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA immer noch der deutlichste Unterschied zwischen Apple & Amazon: während man via Kindle-Reader bzw. Kindle-App die Auswahl zwischen Millionen kommerziellen Titeln hat, sind es bei iBooks „nur“ einige Zehntausend. Für viele Direktvermarkter könnten die verhältnismäßig leeren Regale im iBooks-Shop allerdings ein Wettbewerbsvorteil sein – sie gehen nicht so leicht in der Masse unter. Während Apple mit den Titeln des Self-Publishing-Programms nun die Lücken füllt, ist Amazon längst schon einen Schritt weiter. Der E-Store mausert sich langsam zum Verlag – über die Analyse von Kundenrezensionen werden aus dem Kreis der Self-Publisher potentielle Bestseller-Autoren für das Amazon Encore-Programm ausgewählt. Die Trouvaillen werden dann in verbesserter optischer Aufbereitung und verstärkt durch zusäztliches Marketing einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Die Strategie dahinter ist klar: wenn man den nächsten Stephen King oder die nächste Stephenie Meyer rechtzeitig entdeckt, muss man sich die Erlöse nur mit den Autoren teilen, nicht mit den Verlagen. Man darf gespannt sein, ob auch Steve Jobs demnächst auf diesen Zug aufspringt.

(via maclife & ireaderreview)