Self-Publishing-Rekord: Via Smashwords wurden bereits 250.000 E-Books veröffentlicht

„Vor fünf Jahren galt Self-Publishing noch als letzter Ausweg für Autoren – heute ist es die erste Wahl“, freut sich Mark Coker auf dem Smashwords-Blog. Und darf sich dafür auch selbst auf die Schultern klopfen. Seit 2008 avancierte die von ihm gegründete Plattform nämlich zur erfolgreichsten Self-Publishing-Adresse im Web – bis September 2013 wurden sage und schreibe 250.000 Titel veröffentlicht, was laut Smashwords-Statistik mehr als 8 Milliarden Wörtern entspricht. Zu verdanken hat Coker die Inspiration für sein Geschäftsmodell letztlich der traditionellen Buchbranche – verschiedene Verlage hatten nämlich das Manuskript für seinen Roman „Boob Tube“ immer wieder abgelehnt.

Inzwischen haben sich die Machtverhältnisse deutlich verschoben – immer mehr Titel der New York Times-Bestseller-Liste kommen von Indie-Autoren, darunter viele Smashwords-Nutzer. „Das Stigma des Self-Publishings schmilzt dahin, während das Stigma des traditionellen Verlagsgeschäfts zunimmt“, urteilt Coker zu recht. Daran ist er selbst wohl auch nicht ganz unschuldig. Dank der Auswertung von Smashword-Statistiken wissen wir etwa, dass Verlage mit ihrem hoch angesetzten Pricing den Autoren finanziell schaden können. Denn der „Sweet Spot“ mit maximalen Verkaufszahlen und maximalem Umsatz liegt deutlich niedriger als der normalerweise verlangte Durchschnittspreis.

Inzwischen erlaubt Smashwords auch den Upload von epub-Dateien, was die Benutzung deutlich komfortabler macht als in der Anfangszeit. Entscheidend zum Erfolg der Plattform beigetragen hat wohl vor allem die breit angelegte Distribution im Online-Buchhandel – mit Amazon, Barnes&Noble, iBooks & Co. sind alle wichtigen Vertriebskanäle mit dabei. Demnächst kommt sogar ein besonders trendiger Kanal hinzu – Smahswords-Titel werden ab Oktober auch über die neue Flatrate-App „Oyster“ erhältlich sein, dem „Spotify für E-Books“.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".