Self-Publishing-Boom in GB: Populäre Genres erreichen 20% Marktanteil

Neben den USA gehört Großbritannien in punkto E-Books zu den Vorbild-Nationen – das zeigt sich nun auch beim digitalen Self-Publishing-Boom: bei populären Genres wie Krimi, Science-Fiction, Herzschmerz und Humor liegt der Marktanteil selbst verlegter Titel bereits bei 20 Prozent. Das belegen aktuelle Zahlen von Bowker Market Research, die letzte Woche auf der Konferenz „Writing in a Digital Age“ vorgestellt wurden. Demnach machen Self-Publishing-Titel zwar erst 2 Prozent des gesamten Buchmarkts im Vereinigten Königreich aus. Rechnet man jedoch gedruckte Bücher heraus, liegt der Anteil bereits bei 12 Prozent. Verengt man weiter auf Belletristik und Sachbuch, steigt die Zahl auf 14 Prozent.

Vor allem Frauen lieben Indie-Lektüre

Besonders nachgefragt sind offenbar alle Genres, die sich für die entspannte Freizeitlektüre auf dem E-Reader eignen, und vor allem von von Frauen gelesen werden. Denn die neuen Zahlen von Bowker belegen auch: mit 68 Prozent sind Leserinnen die besten Kunden der Indie-Autoren. Das ist im doppelten Sinne überdurchschnittlich – denn in Großbritannien werden E-Books ohnehin zu 58 Prozent von Frauen gekauft. Self-Publishing-Titel kommen bei ihnen also ganz besonders gut an. Zugleich scheinen die Independent-E-Books gerade bei Viellesern begehrt zu sein – denn 61 Prozent der Käufer geben an, täglich zu schmökern.

Niedriger Preis steigert Nachfrage

Die Lesewut ist wahrscheinlich auch ein Grund, besonders auf den Preis zu schauen. Wohl nicht ganz zufällig nennen die Käufer von Self-Publishing-Titeln das Pricing als Kaufkriterium Nummer eins, während bei E-Books allgemein Autor und Thema an erster Stelle stehen. Die boomende Nachfrage bei Self-Publishing-Titeln macht sich mittlerweile auch in der Gesamtbilanz der Branche bemerkbar – denn insgesamt kann das E-Book-Segment (anders als etwa in Deutschland) so Verluste bei Printbüchern mehr als nur ausgleichen. Einem Minus von 1 Prozent bei gedruckter Lektüre stand so im Jahr 2012 inklusive E-Books ein Wachstum von 4 Prozent gegenüber. Wichtig für das Wachstum ist aber auch die Geräteplattform: Knapp 10 Millionen Briten besitzen einen E-Reader, bereits 15 Millionen nutzen ein Tablet.

(via The Guardian & emarketer.com)

Abb.: Flickr/gagilas (cc)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".