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Schwupp-Di-WuB: Aktionswoche der Indie-Buchhändler wirbt für „Buy Local“

19 Nov 2015

woche-der-unabhaengigen-buchhandlungenSchon gemerkt? Derzeit findet zum zweiten Mal die „Woche unabhängiger Buchhandlungen“ (WuB) statt, die 4.000 inhabergeführten Sortimentern in Deutschland noch bis zum nächsten Sonntag neue Aufmerksamkeit schaffen soll. Nicht zuletzt natürlich, um gegenüber Onlinern wie Amazon wieder etwas Boden gut zu machen. Aber auch die übrige Konkurrenz macht den Indies zu schaffen, von den Buchsupermärkten bis hin zum boomenden Direktvertrieb der Verlage.

Aktionswoche nach britischem Vorbild

Insofern kommt eine solche Aktionswoche nach dem Vorbild etwa der britischen „Independent Booksellers Week“ auch für unser Leseland gerade zur richtigen Zeit. An konkreten Ideen scheint es auch nicht zu fehlen: Schon im letzten Jahr hatten sich die Organisatoren der WuB nette Events jenseit von Lesungen und Signierstunden überlegt, so stellten sich in Hamburg etwa prominente Autoren als Kurzzeit-Buchhändler an die Kassen.

In diesem Jahr wurde bereits im Vorfeld aus einer Shortlist das „Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen“ gekürt (Dörte Hansens Roman „Altes Land“), es gab zum Auftakt eine Social-Media-Aktion, bei der Kunden Selfies mit ihrem persönlichen Lieblingsbuch via Facebook und Twitter posteten (unter dem etwas sperrigen Hashtag #unabhängigerbuchhandel), dazu kommen wieder zahlreiche lokale Events.

Verein „BuyLocal“ als neuer Partner

Neu ist in diesem Jahr die Unterstützung von WuB durch die BuyLocal-Allianz, die ja genau das erreichen möchte, was ihr Name verspricht: dem lokalen Fachhandel sollen durch geziete Online-Aktivitäten alte und neue Kunden zugeführt werden, etwa duch eine regional eingrenzbare Fachgeschäfts-Suche. Ein Grund, warum auch schon die Börsenvereins-Plattform buchhandel.de und Buy Local miteinander kooperieren.

Ob das hochgesteckte Ziel der WuB tatsächlich auf allen Kanälen erreicht wird, bleibt aber fraglich – vor allem, wenn man die Online-Wirkung betrachtet. Die Facebook-Seite der Aktionswoche hat gerade mal 1.100 Likes, einzelne Postings zwischen zehn und Zwanzig Likes, eine Twitter-Präsenz gibt es offenbar gar nicht, die Website wub-event.de wirkt leider auch nicht besonders ansprechend.

Wo erreicht man Digital Natives…?

Vor Ort geht die Rechnung aber für die Indies in vielen Fällen trotzdem auf, das WuB-Medienecho via Rundfunk und (Regional-)Presse war schließlich hervorragend, viele Aktionen gut besucht. Was aber wohl dann letztlich auch bedeutet: die meisten Digital Natives, die in den letzten Tagen in eine der rund 150 teilnehmenden Buchhandlungen gelockt wurden, haben den Weg eher über Offline-Impulse gefunden…