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Schmuddel-Kindle im Ranking-Keller: Greenpeace-Report zu grüner IT watscht Amazon ab

25 Okt 2017 0 Kommentare

green-it-guide-greenpeace„IT-Konzerne geben sich ein visionäres, umweltbewusstes Image. Gleichzeitig entwickeln viele Marktführer Produkte für die Müllhalde“, kritisiert Greenpeace-Österreich-Sprecherin Nunu Kaller. „Was in der Werbung klinisch sauber aussieht, birgt häufig dreckige Produktionsweisen.“ Besonders schmutzig geht es offenbar bei Amazon zu — im aktuellen Greenpeace-„Guide zur grünen Elektronik“ landet der Hersteller von Kindle, Alexa & Co. weit abgeschlagen auf dem vierzehnten Platz, Gesamtnote Sechs (bzw. „F“). Ganz vorne dagegen: Fairphone, Apple und Hewlett-Packard. Bzw. fast ganz vorne, denn die Spitze („A-Bewertung“) bleibt leer…

Ressourcen, Chemikalien, Reparierbarkeit

Um tatsächlich an die Spitze des Rankings zu gelangen, muss man nämlich einiges tun: idealerweise zum Beispiel die Geräte ressourcenschonend und ohne Einsatz giftiger Chemikalien produzieren, außerdem Smartphones, Tablets, Laptops oder E-Reader für eine lange Lebensdauer konzipieren (was mit Hilfe der Reparier-Experten von iFixit überprüft wurde). Auch der laufende Betrieb fließt in die Bewertung mit ein – werden verbrauchsintensive Serverfarmen für diverse Hintergrund-Dienste und Apps mit erneuerbaren Energien betrieben oder nicht?

Apple als Musterknabe bei Öko-Energien

Bei letzterem Thema (ganz im Gegensatz zur Reperarierbarkeit) erwiesen sich Steve Jobs Erben als wahre Musterknaben: „Als einziges Unternehmen hat Apple zugesagt, nicht nur Datenzentren und Büros, sondern zukünftig die gesamte Lieferkette mit erneuerbaren Energien zu versorgen“, so Greenpeace. Ganz hinten dagegen liegen Samsung und Amazon – schuld ist u.a. zu viel schmutziger Kohlestrom in der Energiebilanz. Amazon wiederum wurde aber alleine schon deswegen heruntergestuft, weil es Informationen über die Lieferkette zurückhält.

„Amazon eins der am wenigsten transparenten Unternehmen“

Dazu heißt es in der Greenpeace-Studie: „Amazon remains one of the least transparent companies in the world in terms of its environmental performance, as it still refuses to report the greenhouse gas footprint of its own operations. (…) the company provides few details on its sourcing of recycled materials that are going into its devices, nor does it publish any restrictions on hazardous
chemicals in its devices or being used in its supply chain (…)“
.

„Brauche ich das Gerät wirklich?“

Wirklich grüne IT gibt’s aber bisher ohnehin nicht. Gerade beim Neukauf sei deswegen Zurückhaltung geboten, meinen die Greenpeacer: „Die erste Frage vor jedem Kauf sollten immer sein: Brauche ich das Gerät wirklich?“, so Kaller. Umweltbewusste Käuferinnen und Käufer sollten zudem darauf achten, dass sich Elektronik-Produkte reparieren und aufrüsten lassen. Man dürfe die Verantwortung jedoch nicht allein den VerbraucherInnen aufhalsen: „Um wirklich grün zu werden, müssen Samsung und Co. komplett auf fossile Energien und gefährliche Chemikalien verzichten.“

Die komplette Studie (englischsprachig) findet man hier, eine deutsprachige Zusammenfassung hier.

(via Amazon-Watchblog)

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