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Schluss mit hartem DRM: BooXtream will digitales Wasserzeichen zum neuen Standard machen

3 Feb 2012

Zum Ärger vieler Leser ist hartes Digital Rights Management (DRM) in wenigen Jahren zum Standard im E-Book-Handel avanciert. Ohne Adobe Digital Editions läuft bei den meisten E-Books im epub-Format gar nichts. Das niederländische Software-Unternehmen Icontact will das nun ändern – und bietet mit BooXtream einen anwenderfreundlichen Mittelweg zwischen hartem DRM und den Verzicht auf jeglichen Schutz an. Grundlage ist das „digitale Wasserzeichen“ – E-Books werden mit sichtbaren wie auch unsichtbaren Hinweisen auf den Käufer quasi individualisiert, lassen sich aber frei kopieren und damit auf allen verfübaren Geräten nutzen. Deswegen wird das „Watermarking“ von E-Books auch als „soziales DRM“ bezeichnet – die Personalisierung soll verhindern, dass ein Titel einfach so über das Internet verbreitet wird.

Wasserzeichen günstiger als hartes DRM

In Deutschland fand das digitale Wasserzeichen bisher kaum Verwendung, obwohl entsprechende Verfahren, wie sie etwa vom Fraunhofer-Institut lizensiert werden („DocMark“), für Verlage deutlich günstiger sind als der von Adobe angebotene Kopierschutz. Bei dem auf Verlagsdienstleistungen spezialisierten Unternehmen Icontact setzt man vor allem auch auf die Einfachkeit in der Anwendung: ‚BooXtream gibt es in mehreren Varianten, wodurch die Einbindung in Webshops aller Art möglich ist. Das Verfahren funktioniert mit jedem korrekt formatierten epub-Dokument, auch bei Titeln ohne ISBN, Zeitschriften und On-Demand gebündelten Inhalten. Statt die komplexe Technologie selbst zu entwickeln kann nun jeder durch eine simple Koppelung seinen epub-E-Books mit sozialem DRM ausstatten“, so BooXtream-Entwickler Huub van de Pol.

Problemlose Integration in Webshops

Zu den ersten Anwendern von BooXtream gehört der Amsterdamer Verlag Bertram & de Leeuw. Alle neuen E-Books im epub-Format werden mit dem digitalen Wasserzeichen versehen: ‘Wir haben uns für soziales DRM entschieden, weil es benutzerfreundlich ist und eine große Reichweite verspricht. Unsere E-Book-Preise betragen 50 Prozent der gedruckten Ausgabe, und lassen sich nun auf allen Geräten lesen. Außerdem ließ sich BooXtream problemlos in unseren Webshop integrieren“, so Manon Burger, bei Bertram & de Leeuw für neue Medien zuständig. Ähnlich wie in Deutschland ist der niederländische E-Book-Markt derzeit noch überschaubar, der Marktanteil dümpelt bei einem Prozent. Doch angesichts hoher Wachstumsraten erwarten Marktbeobachter, dass der Anteil elektronischer Lektüre in wenigen Jahren bis auf zwanzig Prozent steigen könnte. Mehr Lesekomfort durch soziales DRM dürfte dazu einiges beitragen.