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Schluss mit dem „Meatgrinder“: Smashwords akzeptiert jetzt auch epub-Dateien

18 Jan 2013 Ansgar Warner 1 Kommentar

Gute Nachricht für alle Indie-Autoren – seit Anfang des Jahres akzeptiert Smashwords auch epub-Dateien. Damit löst Smashwords-Gründer Mark Coker ein altes Versprechen ein. Bisher hatte die nicht nur in den USA populäre Selfpublishing-Plattform nämlich einen entscheidenden Nachteil: Manuskripte mussten als Word-Dokument hochgeladen werden, und wurden dann automatisch in zahlreiche E-Book-Formate umgewandelt, neben epub auch mobi und PDF. Allerdings heißt die im Hintergrund werkelnde Software nicht umsonst „Meatgrinder“ – was aus dem digitalen Fleischwolf heraus kam, war nicht unbedingt mit einem professionell von Hand formatierten E-Book vergleichbar. Dafür sorgt Smashwords allerdings auch für die komfortable Distribution in alle großen Stores, vom Kindle-Store und iBooks bis zu Kobo und Sony – und das zu äußerst fairen Konditionen. Sechzig Prozent der Tantiemen gehen an den Autor, eine kostenlose ISBN-Nummer bekommt man obendrein.

Allerdings wäre Smashwords wohl nicht Smashwords, wenn es nicht immer noch den einen oder anderen kleinen Haken gäbe: Vorläufig werden nur Dateien im veralteten epub2-Standard verarbeitet, Multimedia-Inhalte müssen also draußen bleiben. Wer ab jetzt die Betaversion von „Smashwords Direct“ nutzt, ist via Distribution zudem nur dort präsent, wo auch tatsächlich epubs angeboten werden. Denn eine automatische Konvertierung des epubs in andere Formate findet auch noch nicht statt. Immerhin kann man die Distributionskanäle bei Smashwords aber selbst bestimmen, und etwa eine selbst konvertierte Mobi-Datei separat in Amazons KDP hochladen. Außerdem lässt sich im Smashwords-Store keine Online-Leseprobe öffnen. Wer den vollen Umfang der Smashwords-Features nutzen möchte, muss also parallel immer noch ein Word-Doc hochladen und dem Fleischwolf vertrauen.

Dem Erfolg der erst 2008 gegründeten Plattform war die Quick-and-Dirty-Methode bisher aber nicht abträglich: im Jahr 2012 verdoppelte sich die Zahl der via Smashwords vertriebenen E-Books von 100.000 auf 200.000. Zudem schafften zahlreiche Smashwords-Titel den Sprung in die Top 25 der New York Times-Bestsellerliste. Für Smashwords-Gründer Mark Coker dürfte das in doppelter Hinsicht eine Genugtuung gewesen sein – Motivation für die Gründung des Unternehmens war schließlich, dass renommierte Verlage eins seiner Roman-Manuskripte abgelehnt hatten.

Abb.: Flickr/taylor library (by-nc-sa)

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