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„Discworld App“ – virtueller Reiseführer für Fans von Terry Pratchetts Scheibenwelt

12 Feb 2013

Die erfolgreichste britische Fantasy-AutorIN mag J K Rowling sein -- der erfolgreichste Fantasy-Autor made in UK ist immer noch Terry Pratchett, bekannt vor allem durch seine ebenso kurzweiligen wie fußnotengetränkten Scheibenwelt-Romane. Harry Potter mag mehr Auflage haben, doch die Figuren aus Pratchetts Parallelwelt bekamen dafür weitaus mehr Seiten spendiert: Seit dem Start der Serie in den 1980er Jahren brachte der Vielschreiber im Durchschnitt zwei Bände pro Jahr heraus, mittlerweile ist das Scheibenwelt-Universum auf 39 Folgen gewachsen. Da kann schon mal der Überblick verloren gehen. Doch nun gibt’s mit der „Discworld App“ (iPad-only) zumindest so eine Art „Google Street View“ für Ankh-Morpork, die wichtigste Stadt auf der von vier riesigen Elefanten getragenen Erdscheibe.

Stadtour durch Ankh-Morpork

Die App-Macher von Transworld Publishers haben der App neben einer zweidimensionalen Stadtplan-Ansicht auch eine 3D-Ansicht verpasst, in der sich über 1500 winzige Stadtbewohner bewegen, inklusive Geräuschkulisse und qualmenden Schornsteinen. Pratchett-Fans werden in diesem Gewimmel auf zahlreiche Geschäfte, Institutionen und Sehenswürdigkeiten aus den Romanen stoßen, von der Heilanstalt für kranke Drachen über die Gesellschaft der Sänftenträger bis zum berühmten Pub „Zur geflickten Trommel“. Und natürlich auf prominente und weniger prominente Romanfiguren von Mustrum Ridcully bis Leonard of Quirm. Es lassen sich jedoch auch Stadttouren buchen, um die wichtisten Punkte gezielt anzusteuern, außerdem gibt’s ein Adressbuch mit Straßenverzeichnis. Ein bisschen Gamifizierung ist auch dabei -- bei der Stadterkundung sind 79 „Achievements“ zu erreichen, die man via Twitter den Followern vermelden kann.

Vom Discworld Atlas zur Discworld App

Für seinen fantastischen Stadtentwurf hat Pratchett nach eigenen Angaben Elemente von London (18. Jahrhundert), Seattle (19. Jahrhundert) und dem heutigen New York vermengt -- und konnte sich bei seinen späteren Romanen zudem auf einen „realen“ Stadtplan von Anh-Morpork stützen, der schließlich in Stephen Players 1995 erschienenen „Scheibenwelt-Atlas“aufgenommen wurde. Fun-Fact am Rande: Britische Buchhändler sortierten die „Discworld Mapp“ tatsächlich in ihre „Nonfiction“-Abteilungen ein -- mit dem Argument, es handele sich immerhin um eine echte Karte. Vielleicht war deshalb ja die Pressemitteilung zum App-Launch extra deutlich formuliert: „The first ever official Discworld app and the first ever living, breathing map of an entire fantasy city“. Die Scheibenwelt-Romane sind inzwischen fast alle in deutscher Übersetzung erschienen -- der Scheibenwelt-App möchte man das auch unbedingt wünschen.

Abb.: Screenshot

(via futurebook.net & discworldapp.com)