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Scharfe Lektüre: Neue E-Ink-Kindles mit HD-Auflösung (768×1024 Pixel) in Vorbereitung?

Das angekündigte Amazon-Event am 6. September lässt die Gerüchteküche rund um Tablets und Reader kräftig brodeln. Klar scheint schon mal eins zu sein: vorgestellt wird wohl die neue Kindle-Produkt-Palette. Doch gerade bei den klassischen E-Ink-Readern gibt’s zahlreiche Spekulationen. Kommt ein Farb-Display? Kommt ein GlowLight-Display? Eine besonders interessante These hat nun GeekWire aufgestellt. Das wie Amazon selbst in Seattle beheimatete Technologie-Blog will nämlich von einem Branchen-Insider erfahren haben, dass Jeff Bezos‘ Entwickler gerade ein Display mit XGA-Auflösung (768×1024 Pixel) testen, und tippt auf ein neues Screen für die E-Ink-Modelle. Das wäre gegenüber der aktuellen Auflösung (640×800) ein deutlicher Sprung nach vorn.

Während die Kindle-Reader bisher ein gutes Schriftbild durch die Kombination von Anti-Aliasing und optimierte Fonts erreichen, könnte ein HD-Display die Lektüre auf dem E-Ink-Display von Grund auf verbessern. Immerhin stehen dann statt 512.000 plötzlich 786.000 Pixel zur Verfügung, ein plus von mehr als 60 Prozent. Das stellt allerdings auch größere Herausforderungen an die Prozessor- und Akkuleistung, wenn man keinen Geschwindigkeitsverlust beim Umblättern bzw. Screen-Refresh in Kauf nehmen möchte. Technisch machbar ist XGA aber schon längst, wie etwa der in den USA als „Google-Reader“ vermarktete iRiver Story HD beweist. Der Display-Hersteller LG hat kürzlich sogar ein flexibles E-Ink-Screen mit XGA-Auflösung vorgestellt.

Die besondere Herausforderung würde natürlich für Amazon darin liegen, neben hoher Auflösung auch noch Touch-Screen-Funktionalität zu integrieren. Schon beim aktuellen Kindle-Touch mussten dabei allerdings einige Kompromisse eingegangen werden – das Gerät ist deutlich schwerer und größer geraten als die klassischen Tasten-Kindles. Abgesehen von höheren Kosten dürfte das ein Hauptgrund dafür sein, dass bisher auch Konkurrenten von Barnes&Noble bis zu Sony auf HD-Displays in E-Ink-Readern verzichtet haben. Doch E-Ink steht unter Innovationsdruck: neue Features müssen her, um auch weiterhin gegenüber Multifunktions-Tablets punkten zu können. Dort hat nicht zuletzt Apple – siehe Retina-Display – gerade an der Auflösungs-Schraube gedreht. Der Wettbewerb könnte also im Herbst auch bei E-Readern an Schärfe zunehmen…

Abb.: Mike Licht/Flickr

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".