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„Scenario Threads“ zum Durchklicken – eine neue Form interaktiver Twitter-Fiction?

11 Jul 2017 0 Kommentare

twitter-scenario-threadsTwitter-Fiction ist kurz, sehr kurz, für mehr als 140 Zeichen pro Tweet ist kein Platz. Wie nicht nur spannendes, sondern sogar interaktives Storytelling trotzdem funktionieren kann, zeigt jetzt ein Erzähl-Experiment von Nas Maraj alias Nasiir Williams – die „Scenario Threads“ des 17jährigen Teenagers aus Atlanta ziehen eine große Zahl von Followern in ihren Bann. Maraj lässt die Leser an immer neuen Plot-Points nicht nur über verschiedene Handlungsalternativen abstimmen, sondern präsentiert auch entsprechende Verzweigungen in neue Erzähl-Threads.

Mischung aus Hyperfiction & Text-Adventure

Die bisher durchklickbaren Storylines „The Bank Heist“ (also etwa: „Der große Bankraub“) wie auch „The Prison Break“ (also etwa: „Ausbruch aus dem Gefängnis“) sind somit eine Art Kürzest-Hyperfiction, man könnte auch sagen: ein illustriertes Text-Adventure. Denn jede Szene wird von eingebetteten Bildern begleitet, die letztlich aber wohl auch verzichtbar wären — für das Grundprinzip der Story sind sie nicht notwendig.

Threads zeigen Twitters Storytelling-Potential

Besonders anspruchsvoll sind die „Scenario Threads“ nicht gerade, aber sie zeigen zumindest, wie sich Twitter für neue Erzählformen einspannen bzw. zweckentfremden lässt, obwohl es eben gar nicht als klassisches Erzählmedium entworfen wurde. Insofern lässt sich das Experiment von „Nas Maraj“ mit anderen „friendly takeover“-Aktionen vergleichen, etwa dem anonymen Reddit-user, der letztes Jahr via Kommentar-Postings einen Sci-Fi-Roman in 100 Kapiteln unter die Leute gebracht hat („The Interface Series“).

(via The Next Web)

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