kindle fire leichter als luft

Retina-Display macht neues iPad Mini zum perfekten Lese-Tablet

Eigentlich könnte man die „großen“ iPads ja durchnummerieren, dann wäre das, was Apple da gestern im „Yerba Buena Center for the Arts“ (San Francisco) vorgestellt hat, ganz einfach „iPad Nummer Fünf“. Doch schon das iPad 3 hieß ja offiziell nur noch das „neue iPad“, und die vierte Generation wurde als „iPad mit Retina-Display“ vermarktet. Das iPad der fünften Generation könnte theoretisch genauso heißen, denn zumindest am Retina-Display mit einer Auflösung von 1536 × 2048 Pixeln und 264 ppi Pixeldichte hat sich nichts geändert. Dafür wurde es volumen- und gewichtmäßig kräftig abgespeckt – und darf insofern zurecht „iPad Air“ heißen. Mit nur noch 469 Gramm statt 652 Gramm ist der Masse-Unterschied auf jeden Fall deutlich spürbar. Bei der Akku-Ausdauer hat sich nichts geändert, sie liegt immer noch bei respektablen 10 Stunden – inklusive mehr Performance, denn im iPad Air verbaut Apple den schnellen, stromsparenden, selbst entwickelten A7-Chip, der auch bereits im iPhone 5S zum Einsatz kommt.

Am meisten getan hat sich beim iPad Mini

Deutlich mehr getan hat sich vergleichsweise beim 8-Zoller iPad Mini, dessen erste Version genau vor einem Jahr eingeführt wurde, um Apple auch auf dem Markt der Midsize-Tablets besser zu positionieren. Das iPad mini der zweiten Generation wird unter der Bezeichnung „iPad mini mit Retina Display“ vermarktet – es hat nämlich jetzt dieselbe Pixelzahl wie der große Bruder, und wird vom selben Chip angetrieben. Bei kleinerer Fläche sorgt das Retina-Display in gleicher Auflösung für eine Pixeldichte von sage und shreibe 326 ppi. Da kommt nicht mal die Mini-Version von Amazons neuem Kindle Fire heran (der 7-Zoller schafft bei 1920×1200 Pixeln nämlich „nur“ 323 ppi). Grundsätzlich darf ja gelten: je höher die Auflösung, desto schärfer das Bild, und je schärfer das Bild, desto besser für die Augen. Insofern dürfte sich das neue iPad Mini also hervorragend als Lese-Tablet eignen, auch wenn sich bei der Akkulaufzeit nichts getan hat, und das Gewicht sogar leicht (nämlich um 30 Gramm) über dem der Vorgängerversion liegt.

Amazon bewirbt Kindle Fire als „lighter than Air“

Die Konkurrenz nimmt’s sportlich – insbesondere Amazon. Auf der Startseite von Amazon.com wird das Kindle Fire HDX 8 jetzt süffisant mit dem Slogan „Lighter than Air“ beworben, was auch stimmt: denn mit 374 Gramm bringt das brandneue Android-Tablet fast 100 Gramm weniger auf die Waage. Außerdem wurde bei der neuen Generation die Pixeldichte erhöht – sie liegt bei einer Auflösung von 2560 mal 1600 jetzt bei 339 ppi, also weit vor den 264 ppi des iPad Air. Wirklich vorn liegt Apple eigentlich nur noch beim Preis – denn erst ab 479 Euro bzw. 389 Euro ist man in Sachen iPad/iPad mini dabei, ein konkurrenzlos hohes Pricing. Trotzdem hat Apple von Mitte 2010 bis Mitte 2013 weltweit schon 155 Millionen iPads verkauft, mit steigender Tendenz: auch diesmal dürfte der Vorjahreswert (65 Millionen Geräte) nocheinmal übertroffen werden. Der Marktanteil insgesamt liegt jedoch nur noch bei knapp 40 Prozent – denn die Android-Konkurrenz wächst inzwischen deutlich schneller.

Über Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".