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Reaktion auf iPad-Start: Sony senkt kurzfristig Preis für Pocket Reader

23 Mrz 2010 1 Kommentar

Reader Touch Edition Sony Preissenkung iPad Start USA.gifSony senkt in den USA den Preis des Pocket Readers von bisher 199 auf 169 Dollar – allerdings nur bis zum 3. April. Das ist kein Zufall: denn einen Tag später wird das iPad ausgeliefert. In Deutschland kostet Sonys Einsteigermodell mit 5 Zoll-Display bisher 199 Euro. Da das iPad hierzulande erst Ende April in den Handel gelangt, könnte eine ähnliche Rabatt-Aktion für den E-Reader noch bis Mitte des Monats starten.

„Sonys Mission ist die Verbreitung des digitalen Lesens“


Apple bietet keinen E-Reader im klassischen Sinne an. Das wird sich auch mit dem Start des iPads nicht ändern. Trotzdem hat das Unternehmen beim E-Book-Business zur Zeit offenbar das Heft des Handelns in der Hand – die Gegenspieler können nur reagieren. Sonys 15 Prozent-Rabatt auf das Einsteigermodell „Reader Pocket Edition“ spricht eine deutliche Sprache. Kurz vor dem „iPad-Moment“ will man noch so viele E-Reader wie möglich absetzen. Aus dem Mund von Sonys Digital-Reading-Chef Steve Haber hört sich das nicht ganz so panisch an: “Sonys Mission ist es, das digitale Lesen für ein größeren Publikum möglich zu machen. Die Verbraucher sollen den besten Zugang, die beste Auswahl und den größten Mehrwert erhalten. Unser Sonderangebot steht damit in engem Zusammenhang.“ Das Problem ist aber: einen ähnlichen Hype wie um Apples Gadgets gibt es bei Sonys Geräten nicht. Kein Wunder: sie sind einzig und allein zum Lesen da, und das noch in Schwarz-Weiß. Kein Internet, kein Multimedia, keine Videos. Umso wichtiger dürfte in Zukunft der Preis werden. Liegt er zu nah an den Tablet-PCs, wird es für die E-Reader sehr eng.

Wenn E-Reader mit Multifunktionsgeräten konkurrieren, sind niedrige Preise das beste Verkaufsargument sein


Kommt also für einfache Lesegeräte die 100-Dollar-Grenze in Sicht? Dem Forrester-Analysten James McQuivey zufolge könnte es spätestens 2011 so weit sein: “Wenn simple E-Reader mit Multifunktionsgeräten konkurrieren, muss eine klare Botschaft an den Konsumen her: warum sollte man dieses Produkt haben wollen? Ein Preis von 99 Dollar wäre da ein sehr deutliches Signal.“ Es gibt allerdings noch eine andere Lösung – wie man am Beispiel von Amazon oder txtr sieht. Beide Unternehmen bringen ihren Lesekosmos nicht nur über die Hardware, sondern auch als App unter die Leute. Ob Kindle für PC, Kindle für Mac & iPhone oder Kindle für Blackberry – gerade für europäische Länder könnte das sogar die bessere Strategie sein. In Deutschland etwa wurden bisher nur wenige echte E-Reader verkauft – gelesen wird hauptsächlich auf dem Desktop oder auf dem Smartphone. Bald vielleicht zusätzlich noch auf dem iPad. Doch auch in Europa gilt letztlich: der Preis ist heiß. Ein Sony-Reader deutlich unter 200 Euro könnte hierzulande das sein, was bisher gerne dem Apple-Tablet als Ruf vorauseilt – ein „Gamechanger“.

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