Home » Buchmarketing

Read’n’Go: mehr soziale Reichweite mit „interaktiven“ Leseproben?

5 Jan 2017

read-and-go-interaktive-leseprobeWie kann man literarische Texte — die nun mal vor allem eins sind: Texte — für das Online-Publikum schmackhaft machen, und zum Teilen in den sozialen Netzwerken verleiten? Ein beliebter Weg waren bisher Buch-Trailer: doch die müssen schon sehr gut gemacht sein, um eine nennenswerte Zahl von Likes zu erhalten. Die auf eine jugendliche Zielgruppe konzentrierten Random House-Verlage cbj und cbt setzen jetzt unter dem Label „read’n’go“ auf „interaktive“, d.h. durchklick- und scrollbare Leseproben“ mit eingestreuten Illustrationen und Animationen.

„Glüht wie heiße Schokolade“

An zwei Beispielen kann man das bereits ausprobieren: die Seiten für Jay Ashers „Dein Leuchten“ sowie Jandy Nelsons „Ich gebe dir die Sonne“ sind bereits online. Die Leseproben sind jeweils in einzelne „Slides“ aufgeteilt, zunächst Cover vor angepasstem Hintergrund, dann ein kurzer Anreißer mit vielversprechender Überschrift („Romantisch wie eine heiße Schokolade vorm Kaminfeuer“, „Dieses Buch glüht wie die Sonne selbst“).

read-and-go-leseprobe

Ein bisschen wie Textadventure

Zwischen den Textausschnitte werden dann wiederum Slogans und Motti vor vielsagenden Fotostrecken präsentiert, alles sehr stimmig, fast wie in einem der webbasierten Textadventures, die ja auch gerade wieder in Mode kommen. Im Fall von Jandy Nelson kann man sich auch „entscheiden“, ob man den Beginn der Story aus der Perspektive von Noah oder Jude lesen möchte. Ansonsten habe ich aber keine Verzweigungen finden können. Das „interaktive“ beschränkt sich insofern auf’s Voranklicken.

Es geht um’s teilen…

Aber immerhin: da die Leseproben-Landingpages super responsiv gemacht sind und auf Screens jeglicher Größe funktionieren, kann sie den jeweiligen Link gut über die sozialen Netzwerke verteilen (es gibt zu diesem Zweck auch E-Mail, Facebook und Whatsapp-Buttons) und sich mit den „Freunden“ darüber „austauschen“. Vielleicht war ja auch das mit „interaktiv“ gemeint!?

(via boersenblatt.net)