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Amazon macht mobil: Kommt 2013 tatsächlich das Kindle-Phone?

18 Dez 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Kommt nach dem Amazon-Tablet nun ein Amazon-Smartphone? Wiedereinmal machen Gerüchte die Runde, diesmal aus Richtung Taiwan. Dem Tech-Blog CENS.com zufolge soll die Kindle-Modellpalette bereits im Herbst 2013 mit einem Touch-Screen-Telefon erweitert werden, der Startpreis könnte zwischen 100 und 200 Dollar liegen. Realisiert wird das „Kindle-Phone“ angeblich in Kooperation mit dem taiwanesischen Zulieferer Foxconn, der auch für die Produktion von iPhone und iPad verantwortlich zeichnet. Ähnliche Berichte gab es zuletzt Mitte des Jahres. Doch selbst ein Branchen-Insider wie Nate Hoffelder (The Digital Reader) meint inzwischen: „I tend to believe this rumor is true“. Tatsächlich haben auch bereits renommierte Wirtschaftsmedien wie Bloomberg die Story aufgegriffen. Amazon selbst wäre auf jeden Fall gut vorbereitet: das Unternehmen hat zahlreiche Patente eingekauft, die den Einstieg in das Handy-Business juristisch absichern.

Kindle-Phone als mobile Shopping-Plattform

Strategisch könnte das Kindle-Phone die letzte Lücke in Amazons Ökosystem mobiler Geräte schließen. Zudem ließe sich ein weitaus größeres Publikum erreichen: Während knapp ein Drittel der US-Konsumenten Tablets nutzt, besitzt rein rechnerisch bereits jeder US-Bürger ein Mobiltelefon, wobei mehr als 50 Prozent davon Smartphones sind. Klassische Lesegeräte dagegen haben ihren Zenit nach kaum fünf Jahren bereits überschritten – 2012 brach der Absatz von E-Ink-Displays um 36 Prozent ein. Da Jeff Bezos sich das Ziel gesetzt hat, Amazon zu „Earth’s biggest anything store“ zu machen, kommt er um das Mobiltelefon als Shopping-Plattform wohl gar nicht herum. Natürlich darf man sich fragen, wie ein „Kindle Phone“ auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt punkten kann, selbst wenn es mit einer dem Kindle Fire vergleichbaren Android-Oberfläche daherkommt. Einen Hinweis gab vor kurzem das Wired-Magazin: „Man sollte nicht Amazons Fähigkeit unterschätzen, ein Feature zu liefern, das andere nicht bieten können: einen hoch subventionierten Verkaufspreis.“

Vom Mobilfunk-Kindle zum Kindle-Mobiltelefon

Ob es sich beim Kindle-Phone noch um ein elektronisches Lesegerät im engeren Sinne handelt, ist eine ganz andere Frage. Selbst wenn man in Rechnung stellt, das Telefonieren bei einem Smartphone angesichts unzähliger Features und Apps längst nicht mehr die Hauptfunktion darstellt. Immerhin dürfte die Kindle-App aber an prominenter Stelle auf dem Desktop des Kindle Phones Platz finden. Umgekehrt darf man nicht vergessen: schon der 2007 gestartete Kindle-Reader der ersten Generation war letzlich eine Kombination von Lesegerät und integriertem Mobiltelefon (allerdings ohne Übertragung von Sprach-Daten). Denn um ein perfektes Kundenerlebnis zu schaffen, sollten Kindle-Nutzer sich nicht um die Konfiguration einer W-LAN-Verbindung kümmern müssen – die eingebaute Mobilfunk-Karte sorgte überall automatisch für den Netzzugang. Ein Kindle-Phone bedeutet somit für Amazon vor allem auch eins: back to the roots.

Abb.: Fotomontage unter Nutzung von Flickr/bfishadow

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