Reader für Copycats: PocketBook Ultra kann dank Kamera & OCR-App Buchseiten scannen

Im E-Reader-Business wird’s immer schwieriger, sich angesichts von Branchenstandards wie E-Ink-Carta, HD-Auflösung oder Glowlight noch von der Konkurrenz abzuheben. Oft bleibt da nur noch das Design von Gehäuse und Benutzeroberfläche, um einen echten Hingucker zu landen. So macht es etwa Kobo, so macht es aber auch PocketBook, immerhin viertgrößter Reader-Hersteller weltweit. Das neue PocketBook Ultra setzt aber nicht nur durch besonders schlanke Form und Farbvarianten wie Smaragdgrün besondere Akzente, sondern auch mit eigenwilligen Features – insbesondere einer Rückseiten-Kamera, die mit 5 Megapixel und Blitz aufwartet.

Kamera-Auge erkennt auch Bar- & QR-Codes

Ein E-Reader mit eingebauter Kamera? Da war doch was! Richtig – das gab’s schon mal, zumindest prinzipiell. Denn schon 2010 brachte Acer mit dem LumiRead ein Kindle-ähnliches Lesegerät auf den Markt, das ein kleines Kamera-Auge auf dem Rücken trug. Das hatte allerdings nur einen einzigen Zweck: Barcodes von gedruckten Büchern zu scannen, um im integrierten E-Store komfortabel nach E-Book-Versionen recherchieren zu können. Das kann das PocketBook Ultra auch, inklusive dem Einlesen von QR-Codes. Doch weitaus spannender ist eine weitere Funktion – nämlich das Einscannen und Erkennen von Texten mit einer vorinstallierten OCR-App, was insbesondere für den Arbeitsalltag in Schule und Universität einen klaren Mehrwert bieten könnte.

Preislich am oberen Ende

Ohnehin werden manche Reader funktionsmäßig ja unaufhaltsam in Richtung Tablet-Funktionalität aufgerüstet bzw. mutieren vollständig zu Tablets mit E-Ink-Display. PocketBook wählt hier dagegen eher den dritten Weg: zusätzliche Features ja, aber mit Schwerpunkt auf E-Lektüre. Ähnlich lassen sich weitere Funktionen der aktuellen PocketBook-Modelle einordnen, etwa komfortable drahtlose Synchronisierungs-Funktionen oder die Text-to-Speech-Option. Preislich bewegt sich das PocketBook Ultra mit 169 Euro allerdings deutlich am oberen Ende der Skala. Noch teurer und noch deutlicher auf den Bildungssektor ausgerichtet ist PocketBooks neuer 8 Zoller InkPad (189 Euro), dafür bekommt man aber auch eine Display-Auflösung von 1600 mal 1200 Pixeln.

Abb.: Hersteller

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".