Quilla, aka Flipchart-Killer: 42 Zoll-Schreibtafel auf E-Ink-Basis vorgestellt (CES Las Vegas)

quilla-flipchart-killerIst das noch ein Lesegerät, oder eher ein Whiteboard oder Flipchart zum Aufhängen bzw. Aufstellen? Der Name des neuen 42-Zoll-E-Ink-Gadgets vom kalifornischen Start Up Quirk Logic verrät es schon: der „Quilla Connected eWriter“ wird als vernetzte „Always-On“-Schreibtafel vermarktet, die sich vor allem für Unterrichts- und Präsentationszwecke in Schule, Hochschule und Unternehmen eignet. Größter Vorteil: Tafelskizzen können gespeichert und auch an entfernte Teilnehmer verschickt werden.

Schreiben, Kritzeln, Zeichnen

Die reflexive Display-Technologie stammt von Marktführer E-Ink, und wird verbaut ins Quilla-Gerät diese Woche erstmals auf der CES in Las Vegas der Öffentlichkeit vorgestellt. Die mächtige, im E-Ink-Sektor bisher unerreichte Bildschirmdiagonale von 42 Zoll (das sind immerhin 106 Zentimeter) lässt das Gerät im Hochkant-Format aussehen wie ein Flipchart, und so ähnlich benutzt man es im „Schreibmodus“ auch. Mit einem passiven (d.h. akkulosen) Smart-Griffel wird auf dem 10-Punkt-Multitouch-Display schwarz auf weiß notiert, gekritzelt oder gezeichnet.

Einsatz als Display-Kaskade

Zugleich kann man aber auch vorbereitete Texte und Illustrationen drahtlos auf die E-Ink-Tafel beamen, umgekehrt lassen sich Tafelskizzen speichern und direkt an die Teilnehmer einer Lehrveranstaltung verschicken. Die Akkulaufzeit beträgt laut Hersteller 16 Stunden. Der mit breitem Rahmen und Aufhängungsvorrichtung ausgelieferte E-Ink-Riese (Gewicht: knapp 10 Kilogramm) kann auch als Display-Kaskade zum Einsatz kommen — etwa in Form von drei vernetzten, hochkant nebeneinander aufgehängten Exemplaren.

Geringe Pixeldichte

Das Display des eWriter basiert auf dem Pearl E-Ink-Standard: Bei einer Auflösung von 2880 x 2160 Pixeln wird umgerechnet nur eine Pixeldichte von 86 ppi erreicht. Für einen E-Reader direkt vor den Augen wäre das wohl kaum mehr akzeptabel, doch der Abstand zu einem Whiteboard oder einem Flipchart beträgt ja in der Regel mehrere Meter, wodurch sich dieser Nachteil wieder ausgleicht. Wann der Quilla eWriter in den Handel gelangt — und vor allem zu welchem Preis — bleibt abzuwarten.

(via The Digital Reader)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".