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Quick Guide: In zehn Schritten vom Manuskript zum fertigen E-Book

9 Feb 2016 0 Kommentare

bookrix - DennisSchmolkBookRix proudly presents: Zehn einfache Schritte, aus einem fertigen Manuskript ein gutes eBook-Projekt zu machen! Autor und verantwortlich für alle Fehler und Inkohärenzen: Dennis Schmolk (Sales und Social bei BookRix). Naturgemäß ist eine solche Checkliste nie vollständig und nie fertig. Wir freuen uns über Anmerkungen, Anregungen und Ergänzungswünsche! Gerne über Facebook oder direkt auf dem Self Publishing Day 2016.

1. Inhaltliche Bearbeitung

Wenn der Autor denkt, das Buch ist fertig, dann ist es das noch lange nicht. Jeder ist blind gegenüber den Fehlern im eigenen Text — seien sie orthographisch, grammatikalisch, stilistisch oder logisch. Daher braucht jedes Manuskript einen Korrekturdurchlauf mit externer Hilfe. Dabei hängt es von den eigenen Zielen, Plänen und nicht zuletzt vom eigenen Geldbeutel ab, ob man auf eine handvoll Testleser oder ein professionelles Lektorat setzt. Testleser und freiwillige Korrektoren findet man z.B. in Literaturcommunities oder Webforen, die zum eigenen Inhalt passen. Professionelle Dienstleister (Lektoren und Korrektoren, ggf. auch Coaches) kann man auf Messen und Events kennen lernen oder über Portale wie www.selfpublishing-markt.de finden.

2. Das Cover

Es ist ein absoluter Gemeinplatz, aber leider wird er noch immer weidlich ignoriert: Das Cover verkauft das Buch. Ein ordentliches Cover ist zusammen mit einem optimierten Inhalt die beste Investition bei einem Buchprojekt. Bei belletristischen eBooks muss das Cover Lust aufs Lesen machen — und vor allem das Genre ausdrücken: Der Stil eines guten Thriller-Covers unterscheidet sich deutlich von dem eines Fantasy- oder Romance-Titels. Und im Ratgeber-Bereich kann der Inhalt noch so solide recherchiert und fundiert sein, ein unprofessionelles Cover kostet das Vertrauen der Leser. Freiwillige oder bezahlte Coverdesigner finden sich an den gleichen Stellen wie Korrektoren und Lektoren (s.o.).

3. Der Klappentext

Das eBook hat zwar keine Klappe, aber eine “Beschreibung”. Hier muss dem Leser in wenigen Wörtern mitgeteilt werden, worum es im Buch geht, was das Buch einzigartig macht und warum es genau der richtige Lesestoff für ihn ist. Das ist nicht immer einfach, gerade, wenn man sehr tief im Text steckt. Daher bietet es sich an, bspw. den Korrektor oder einen befreundeten Testleser um einen Entwurf zu bitten und diesen dann dem Genre anzupassen, Dabei kann man z.B. 5 oder auch 15 Bücher aus dem direkten Konkurrenzumfeld auswählen und sich von deren Klappentexten inspirieren lassen. Monumental wichtig, aber allzu oft ignoriert: Der Klappentext MUSS fehlerfrei und stilistisch ansprechend sein, wenn man sich durch ihn keine Glaubwürdigkeit verspielen möchte. Lieber einmal öfter korrigieren lassen!

4. Der Preis

Ganz wichtig im Selfpublishing: ein guter Preis. Hier muss jeder Autor seinen Weg finden, aber es gibt allgemein verbreitete Preisschwellen, die bei den Kunden verankert sind. Ganz grob gesagt: 0,99 Euro ist der Selfpublishing-Preis für kurze Bücher (unter 100 Printseiten) und bei Preisreduktionen; zwischen 2,99 und 3,99 Euro liegt der “Normalpreis” eines längeren Romans; und über 4,99 Euro liegen nur wenige erfolgreiche Selfpublishing-Titel. Hier beginnt eher die Preisklasse von Verlags-eBooks, deren Kalkulation durch höhere Fixkosten und ein generell anderes Preisgefüge anders gelagert ist als die der Selfpublisher. Noch einmal: Diese Preise sind nicht in Stein gemeißelt, aber sie dienen als Orientierungshilfe, gerade für Neulinge im Selfpublishing.

5. Das Genre (und andere Metadaten)

Meistens steht das Genre fest, bevor man überhaupt zu schreiben beginnt, aber sicher kann man sich erst hinterher sein. Vielleicht ist aus dem Regio-Krimi ja eine Kriminalgroteske geworden – oder ein packender Thriller? Eine eindeutige Genrezuordnung ist für die Vermarktung essenziell – auch wenn die besten Bücher oft Genregrenzen sprengen. Leser suchen selten einfach nach einem Buch, sondern meist nach einem Liebesroman oder einer Horror-Kurzgeschichte. Aus dem Genre leiten sich auch die o.g. Aspekte der Covergestaltung und des Klappentexts ab. Außerdem weiß man so, in welchem Konkurrenzumfeld man sich bewegt, kann gezielter in entsprechenden Communities werben und sich mit den relevanten Multiplikatoren vernetzen. Für die Auffindbarkeit (und die Sichtbarkeit, etwa in Shop-Rankings) ist das Genre mindestens so wichtig wie Schlagwörter. Letztere sind eine besondere Herausforderung: Sie sollten breit streuen, um viele potenzielle Leser zu erreichen, aber auch präzise genug sein, um möglichst viele Leute, die über Tags auf das Buch stoßen, zum Kauf zu animieren. Hier hilft es, ein wenig Zeit auf Stichwort-Suchen bei den großen Shops zu verwenden, um gute Kombinationen zu finden.

6. Marketing 1: Leserunden

Die Ziele von Leserunden sind simpel: Rezensionen generieren und Multiplikatoren begeistern. Das klappt, wenn man ein gutes Buch mit solidem Cover anbietet, das zum Geschmack der Mitglieder von Leserunden-Portalen wie LovelyBooks passt. Dieser Weg eignet sich also nicht für jedes Buch. Wie auch sonst ist es hilfreich, sich auf den Portalen umzusehen, um einen Eindruck von den potenziellen Lesern zu bekommen und zunächst zu beobachten.

7. Marketing 2: Preisaktionen

Der Preis gilt nach wie vor als wesentliches Marketinginstrument bei eBooks. Eine zeitlich begrenzte Gratisaktion oder 0,99 Euro für eine Woche können nicht immer Wunder bewirken, aber sie helfen dabei, sichtbarer zu werden und im Ranking nach oben zu klettern.

8. Marketing 3: Social Media & Co.

Grundsätzlich hilft es wenig, beharrlich das eigene Buch in möglichst vielen Facebook-Gruppen zu posten und zu twittern. Hilfreicher ist es, nutzwertige oder unterhaltsame Inhalte zu bieten, sich eine Reputation aufzubauen und dann gelegentlich darauf hinzuweisen, dass man auch spannende oder hilfreiche Bücher im Repertoire hat. Social Media bedingt vor allem eines: soziales Fingerspitzengefühl. Das Gegenteil hiervon ist Spam. 

9. Die Fans bei der Stange halten

Wenn man plant, das eigene Buch fortzusetzen, an einer Reihe schreibt oder ganz einfach noch weitere Bücher schreiben und/oder veröffentlichen möchte, kann man die Phasen zwischen den Veröffentlichungen nutzen, um mit den Lesern weiter in Kontakt zu bleiben. Das kann durch erste Probekapitel geschehen, durch Promotionen des ersten Werkes oder die Fortsetzung einer auf beliebte Inhalte setzenden Social-Media-Strategie.

10. Fortsetzungen und weitere Bücher

Bei jeder Veröffentlichung erntet man dann die Früchte eines kontinuierlichen Drahts zur Zielgruppe: Idealerweise warten schon jede Menge Menschen auf den nächsten Band, das nächste Buch oder den ersten Ausflug ins neue Genre. Das verhilft zu ersten Verkäufen und damit einem besseren Ranking – und hilft es, ein Gespräch über den neuen Titel in Gang zu bringen.

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die im Vorfeld des Self Publishing Day 2016 erscheint. Der diesjährige SPDay findet am 9.April 2016 in München statt.

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