PwC-Prognose: E-Books überholen Print bis 2018 – in USA & UK, aber nicht in Deutschland

Global gesehen stagniert das E-Book-Wachstum, trotzdem dürfte in der Gutenberg-Galaxis bald ein historischer Wendepunkt erreicht sein: in den USA und Großbritannien wird der Buchmarkt bis 2018 nämlich zu 50 Prozent aus Umsätzen mit digitaler Lektüre bestehen (Publikumsmarkt, E-Books plus Audiobooks kombiniert). Andere Industrieländer dagegen hinken deutlich hinterher, E-Books bleiben dort auf absehbare Zeit nur ein vergleichsweise kleines Segment. Das legt eine neue Studie von PricewaterhouseCoopers nahe, die sechs wichtige Leseländer unter die Lupe genommen hat: neben den USA und Großbritannien auch Japan, China, Deutschland und Italien.

Milliarden-Markt nur in USA, Japan & Großbritannien

Der Economist hat die Zahlen bzw. Prognosewerte von 2009 bis 2018 in eine interaktive Grafik gepackt, die zudem per Mouseover Umsatzzahlen zeigt – der Blick auf das Endergebnis (Screenshot oben) dieses Zahlenrennens zeigt: während in den USA im Jahr 2018 mit E-Books ca. 8.6 Milliarden Dollar umgesetzt werden (Print: 7,9), sind es in Deutschland – in der Reihung von PwC der drittgrößte Buchmarkt – zu diesem Zeitpunkt nur knapp 800 Millionen Dollar (Print: 6 Mrd). In Japan – in der Reihung der zweitgrößte Buchmarkt – könnten es dagegen schon 1,9 Milliarden Dollar sein (Print: 6 Mrd). Auch die Briten hängen Deutschland mit 1,5 Milliarden Dollar E-Book-Umsatz (Print: 1,4 Mrd.) locker ab.

Das deutsche Printbuch steht auch 2018 wie ne Eiche

Sehr aufschlußreich ist auch eine auf den PwC-Zahlen basierende Grafik von Statista – sie stellt die Buchmarktzahlen für 2014 und 2018 in einer Balkengrafik nebeneinander: gedruckte Bücher erleben in den USA und Großbritannien einen ziemlichen Absturz, in Deutschland dagegen verdoppelt sich zwar der winzige E-Book-Balken auf nicht mehr ganz so winzig, dafür bleibt der Printbalken fast unverändert. Interessant übrigens: ganz ähnlich könnte es in China laufen. Ausgerechnet das Land, in dem wohl die meisten E-Reading-fähigen Mobilgeräte für den Rest der Welt produziert werden, klopft in punkto Lektüre immer noch auf Holz.

(via ebookfriendly.com)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

3 Gedanken zu „PwC-Prognose: E-Books überholen Print bis 2018 – in USA & UK, aber nicht in Deutschland“

Kommentare sind geschlossen.