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„Put your Blog into a Book“: FastPencil verbindet Web 2.0 und E-Publishing

24 Nov 2009

fastpencil-epublishing-e-book-printondemand-blogDer Web-Service FastPencil ermöglicht es, ein Buch-Projekt komplett online zu realisieren – vom Entwurf bis zum verkaufsfertigen Produkt. Dank Web 2.0-Funktionen kann der gesamte Prozess als Team Work entstehen – wie in der Blogosphere sind Kommentare, Chats und das gemeinsame Überarbeiten von Texten möglich. Besonderer Clou ist der Import von Blog-Postings, die als Kapitelvorlagen dienen können. Die Basisfunktionen sind kostenlos, man kann kostenpflichtige Extras wie etwa professionelles Lektorat hinzubuchen.

Viele Autoren überlassen Druck, Vertrieb und Marketing noch klassischen Verlagen – bis jetzt

Die Zeiten, in denen ein Autor allein an der Schreibmaschine saß und irgendwann einen Manuskriptstapel an den Verleger schickte, sind vorbei. Desktop-Publishing ermöglicht mittlerweile, am PC eine druckfähige Vorlage selbst herzustellen. Dank Print-On-Demand sind selbstverlegte Bücher zum günstigen Preis lieferbar. Formate wie PDF und epub machen in Verbindung mit dem Internet aber auch den Vertrieb von E-Books denkbar einfach. Trotzdem entstehen die meisten Bücher bisher noch in Zusammenarbeit mit Verlagen – denn Druck, Vertrieb und Marketing, oft aber auch das Layout überlassen viele Autoren den Profis, oft für sehr viel Geld.
Doch das könnte sich bald ändern. Web-Anbieter spezialisieren sich darauf, alle Elemente des E-Publishings online zusammenzuführen. In Deutschland gibt es etwa das Internetportal BookRix, auf dem man „selbst geschriebenen Bücher, Kurzgeschichten, Gedichte etc. wie ein richtiges Buch gestalten, im Netz veröffentlichen, promoten und an Freunde verschicken kann“. Doch Web 2.0-Funktionen beschränken sich in diesem Fall noch auf das kommentieren, bewerten und promoten von fertigen E-Books. In der Presse war zu dem wohl zu Recht von einem „Portal für Hobbyliteraten“ die Rede.

Vom „Portal für Hobbyliteraten“ zum professionellen Online-E-Publishing

Fast Pencil macht dagegen einen weitaus professionelleren Eindruck. „Guiding and assisting authors from start to finish“ heißt hier: am Ende kann ein „echtes“, also lieferbares Buch mit ISBN-Nummer stehen, das im Katalog von Amazon oder bei Barnes&Noble auftaucht – als E-Book, aber genauso gut als Print-on-Demand-Fassung. FastPencil ist aber zugleich auch ein echtes „Autorensystem“ – bei den pragmatisch veranlagten US-Amerikanern sind solche „Baukasten“-Systeme zum strukturierten Produzieren von Artikeln, Drehbüchern oder Romanen ja schon seit geraumer Zeit en vogue. FastPencil stellt den Baukasten nun nicht nur online zur Verfügung, sondern – das ist das wirklich beeindruckende – erweitert ihn mit inzwischen bewährten Arbeitstechniken der Blogosphere. Am Start eines E-Publishing-Projekts steht daher die Einladung von „Freunden“ als „Project Collaborators“ – das können entweder bereits aktive Mitglieder der FastPencil-Community sein oder Facebook-“Freunde“. Kommuniziert wird möglichst breit – also z.B. auch via Twitter. Nicht nur das Lesen von Büchern – siehe die Web-Community BookGlutton – sondern auch das Schreiben von Büchern ist damit im Web 2.0 angekommen.

Vom Web 2.0 direkt zum E-Book: „Turn your Blog into a Book“

Man muss jedoch nicht unbedingt „from scratch“ beginnen. Nicht umsonst wirbt FastPencil damit, aus einem Blog ein Buch zu machen („Turn your Blog into a Book“) – bestehende Postings können in das System importiert und automatisch in ein Buch-Format überführt werden. Wer schon ein fertige PDF-Vorlage mit sich herumträgt, ist natürlich noch schneller am Ball. Wer noch am Anfang steht und den eigenen Gedanken eine Struktur verleihen will, wird aber auch bedient – es gibt verschiedene Templates. Wer die eigenen Memoiren plant, dem sei etwa die Vorlage „Personal Memoir“ ans Herz gelegt. Will man dagegen den Pulitzer-Preis gewinnen, sollte man vielleicht eher das „Great American Novel“-Template wählen – aber nur, wenn die Ideen auch für 10 Kapitel reichen. Die Arbeit mit FastPencil geht tatsächlich schnell von der Hand – vor allem, wenn man schon einmal mit WordPress gearbeitet hat. Das Look-and-Feel ist nicht nur technisch, sondern auch graphisch eng an aktuelle Blog-Software angelehnt. So macht auch die Zusammenarbeit mit Ko-Autoren keine Probleme – wie bei WordPress gibt es ein Dashboard, auf dem der aktuelle Zustand (Zahl der Mitarbeiter, aktuelle Kommentare oder Nachrichten etc.) mit einem Blick abrufbar ist.

Das Premium-Angebot reicht vom Lektorat bis zu Promotion&Marketing

Der gesamte Schreib-, Diskussions- und Korrekturprozess ist für die registrierten Nutzer von FastPencil kostenlos. Erst bei der Veröffentlichung kommt Geld ins Spiel. Am günstigsten ist die Produktion eines E-Books bzw. einer Printfassung zum privaten Gebrauch – sie kostet 5 bzw. 19 Dollar. Um den Titel auf dem FastPencil-Marketplace anzubieten, sind noch einmal 19 Dollar zu berappen. Teurer wird der Spaß, wenn man ein Buch mit ISBN-Nummer in den regulären Buchhandel bringen möchte – dann zahlt man zwischen 149 und 199 Dollar (Kombination E-Book & Print-On-Demand). Wer ein professionelles Layout wünscht, also etwa grafische Covergestaltung oder besondere Illustrationen, kann dies als zusätzliche Option buchen, ebenso Dienstleistungen wie Lektorat („Page Review“) oder Promotion&Marketing. Der Premium-Service summiert sich dann schnell auf mehr als 1000 Dollar – womit man im Zweifelsfall immer noch günstiger liegen dürfte als bei einem normalen Verlag.