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PUF trifft Espresso: In Paris öffnet Europas erste Print-On-Demand-Buchhandlung

24 Mrz 2016 8 Kommentare

puf-librarie-paris-espresso-book-machineAls 1999 die berühmte Pariser Verlagsbuchhandlung PUF nach fast 100 Jahren schließen musste, war das ein trauriger Tag nicht nur für das Quartier Latin. Nun sind „Les Presses Universitaires de France“ wieder da, nur einen Steinwurf entfernt von der alten Location, und mit deutlich mehr Titeln im Angebot auf deutlich weniger Fläche. Genauer gesagt: 3 Millionen Titel auf 80 Quadratmetern.

Espresso Book Machine druckt jedes lieferbare Buch

Des Rätsels Lösung: im Zentrum des Ladens werkelt eine Espresso Book Machine von „On Demand Books“, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Sie druckt in wenigen Minuten aus Coverdatei (farbig) und Layoutdatei (schwarzweiß) jedes als elektronischen Vorlage vorrätige Buch, sowohl aus dem PUF-Verlagskatalog wie auch aus dem allgemein lieferbaren POD-Angebot.

Schnelldruck mit Xerox-Technik

Weltweit sind schon mehr als 100 Espresso Book Machines auf XEROX-Basis im Einsatz, in Frankreich standen dagegen erst ganze fünf. Jetzt sind’s also sechs: „Das ist die erste komplett digitale Buchhandlung in Europa, die ausschließlich Print-On-Demand verkauft“, so PUF-Leiter Frederic Meriot gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Ein Modell für die Zukunft, in der Digital und Paperback Hand in Hand arbeiten“. (Anmerkung: „Kontinentaleuropa“ meint Meriot wohl. Denn in London gibt’s auch schon eine P-O-D-Buchhandlung mit Espresso-Book-Maschine.)

Zwischen 40 und 800 Seiten geht alles

Möglich sind Formate von 11×18 bis 20x28cm, bei einer Zahl zwischen 40 und 800 Seiten. Während die Maschine das gewünschte Buch druckt, trinken die Kunden entspannt einen Kaffee. Ganze 60 Käufer waren am 12. März, dem Eröffnungstag da, damit sich der Laden rentiert, müssen im Durchschnitt aber lediglich 15 Titel vor Ort produziert werden, so Meriot.

8 Kommentare »

  • Ruprecht Frieling schrieb:

    Leider ist die Meldung so nicht richtig. In London steht bereits seit 2009 eine Espresso-Buchmaschine. Das war die erste in Europa.
    http://www.ruprechtfrieling.de/groessten-buecherschiff-welt-7227722/

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Du hast vollkommen recht, Prinz Rupi! Danke für den Hinweis. Mir war auch so, als gäbe es da schon was in London. Dachte aber dann, nee, war doch nur in irgendeiner Bibliothek. Werde also mal den Superlativ in „die erste im kontinentalen Europa“ abschwächen ;-) Eigentlich bräuchten wir in Berlin auch endlich mal so’n Ding, oder!? Die verbreiten sich ja ganz schön im Schneckentempo.

  • Ruprecht Frieling schrieb:

    Es könnte eine Geschäftsidee der Zukunft werden, lieber Ansgar. Für einen Buchhändler mit gutem Standort DIE Chance!

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Sieht ganz danach aus. Vielleicht sollten wir diesen Laden aufmachen ;-)

  • Jörn schrieb:

    Auch in den Niederlanden und Italien gibt es Buchläden mit Espresso Book Machine, zumindest laut dieser Liste: http://www.ondemandbooks.com/ebm_locations_list.php :)

    So ein Gerät ist mit angeblich 100.000 Dollar aber gar nicht so billig, ob sich das rentiert?

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Tja das habe ich mich in punkto PUF auch gefragt. Dass so eine teure Maschine schon bei so wenigen Prints pro Tag rentabel ist, kann ja eigentlich nur funktionieren, wenn sie geleast wird…

  • Print-On-Demand-Buchhandlungen: Paris hat jetzt auch eine … | AUTHORS CHOICE schrieb:

    […] pleinevie.fr, cultora.it, diariouno.com.ar, e-book-news.de […]

  • NEWS! Espresso Book Machine | OnleiheVerbundHessen schrieb:

    […] Quelle: e-book-news.de […]