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Pubslush: Crowdpublishing-Plattform für Autoren, Agenten & Verlage

19 Sep 2013

Das Pre-Order-Modell funktioniert mit Musik genauso gut wie mit Literatur – doch während spezialisierte Crowdfunding-Plattformen à la Sell-A-Band oder SonicAngel längst etabliert sind, reagiert die Buchbranche mal wieder sehr zögerlich auf diesen neuen Trend (obwohl es eigentlich, siehe Subskription, gar kein so neuer Trend ist). Immerhin gibt es aber Ausnahmen: Die britische Plattform Unbound war schon lange Zeit Vorreiter auf dem Gebiet Crowdpublishing, mit Pubslush drängt aber seit kurzem auch eine US-Plattform auf den internationalen Markt. Pubslush versteht sich als „global crowdfunding and analytics platform for books“, und hat sich vor allem zwei Ziele gesetzt: das Verlegen von Büchern soll demokratischer, aber auch sozialverträglicher werden. Für jeden via Pubslush verkauften Titel wird ein Kinderbuch an bedürftige Kinder in aller Welt gespendet.

Doch auch völlig abgesehen vom philanthropischen Impuls scheint Pubslush alles richtig zu machen: integrativer Bestandteil ist eine wachsende Community aus Lesern/Unterstützern und Autoren, dank Flexible Funding statt Alles-oder-Nichts sind die Chancen zur Realisierung eines Projekts sehr gut, es stehen ausgefeilte Analyse-Tools zur Verfügung, um den Erfolg zu messen, und auch die Gebühren für eine Crowdpublishing-Kampagne sind mit 4 Prozent sehr niedrig. Außerdem wendet sich Pubslush nicht nur an Self-Publisher, sondern explizit auch an Agenten und Verlage – sie können ein eigenes Profil anlegen und für ihre Projekte von Anfang an Feedback aus der Crowd sammeln, von Likes und Kommentaren bis hin zu konkreten Vorbestellungen.

Fehlt eigentlich nur noch eine deutsche Crowdpublishing-Plattform, um dieses Modell endlich mal auf hiesige Verhältnisse zu übertragen. Bisher bleiben Autoren ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten – eher journalistisch ausgelegte Projekte versuchen ihr Glück bei „Krautreporter“, alle anderen tummeln sich bei Universal-Plattformen wie Startnext. Gerade letztere hat schon eine beträchtliche Community um sich geschart, und einzelne Self-Publisher konnten dort zuletzt sogar fünfstellige Summen einsammeln. Doch inzwischen sollte der Markt auch reif sein für eine genuine Krautpublishing-Lösung – vielleicht erleben wir ja den Startschuss sogar schon auf der kommenden Buchmesse…