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Kindle ledergebunden & mit Goldprägung: Proporta Folio Case ‘Bookstyle’ im Test

5 Jul 2012 Marc Günther 3 Kommentare

Bücherwürmer denken beim Wort „Folio“ an Shakespeare-Erstausgaben oder das gleichnamige historische Buchformat, Rückenhöhe: 45 Zentimeter. Das Proporta Folio Case für Amazons Kindle Touch ist deutlich handlicher – doch dank edlem Kunstleder-Design kann es sich durchaus mit klassischer Buchbinde-Kunst messen. Vor allem wegen eines besonderen Hinguckers: Anders als das von uns kürzlich getestete Flip Case hat der britische Zubehör-Spezialist die Außenkante der Folio-Variante nämlich einem klassischen ledernen Buchrücken mit Goldschnitt nachempfunden („modernere“ Designs mit gleichem Innenleben sind aber ebenfalls lieferbar). Ob die knapp 30 Euro teure Hülle halten kann, was sie rein äußerlich verspricht, verrät Ihnen unser Test. (Tipp: Bestellen kann man das Leather Style Folio Case ‘Book’ via proporta.de nicht nur für das Kindle Touch, sondern auch für das Kindle 4 Basismodell.)

Feuerwerk, Schmetterlinge oder ein Buch

Das Folio Case gibt es in drei verschiedenen Designs: Mit Schmetterlingen, einem Feuerwerk-Muster oder klassisch im Buchstil. Aber egal, für welche der drei Ausführungen man sich entscheidet: Die Materialien und die Verarbeitung sind vergleichbar. So verwendet Proporta auch bei der Book-Style-Hülle eine „hochwertige Alternative zu Leder“. Allerdings ist es dann doch nicht die selbe Ausführung wie beim Flip Case (siehe unseren Testbericht), beim Folio Case ist das Außenmaterial nämlich ein wenig glatter. Auch die Textur ist etwas feiner als bei der zuvor getesteten Hülle. Bei der Qualität muss man deshalb aber keine Abstriche hinnehmen, die Folio-Hülle fühlt sich ebenfalls sehr edel an und sieht zugleich schick aus. Innen wartet die Hülle mit ihrem einzigen echten „Extra“ auf, nämlich einem kleinen Fach für Zettel oder z.B. Fahrkarten. Wer also beispielsweise im Zug lesen möchte, kann sich seine Fahrkarte einfach in dieses kleine Fach stecken und muss sie dann nicht irgendwo anders hervorholen. Diese Lasche ist aus dem selben Material gearbeitet, das auch auf der Außenseite verwendet wurde. Ansonsten besteht das Innere wieder aus einem weichen Stoff, der den Kindle-Reader sanft behandelt. Die Verarbeitung ist auf gewohnt hohem Niveau, alle Nähte sind perfekt gearbeitet und die Hülle schmeichelt geradezu der Hand. Und dem Auge. Und dem Kindle.

Hält den Kindle-Reader, aber hält nicht dicht

Der Kindle selbst wird wieder über vier in den Ecken positionierte Gummibänder an Ort und Stelle gehalten. Die Bänder sind bombenfest mit der Hülle verbunden und sollten entsprechend lange ihren Dienst tun. Allerdings lässt die Folio Hülle auch etwas vermissen: Nämlich einen Schließmechanismus. Die Oberseite der Hülle, die man beim Lesen ganz einfach hinter die Seite klappt, auf das Lesegerät befestigt ist, lässt sich nämlich im geschlossenen Zustand nirgendwo befestigen. Das ermöglicht zwar zum einen ein einfaches Öffnen und Schließen der Hülle, ängstliche Naturen werden aber um ihren Kindle bangen. Vermutlich zu unrecht, den in einem Rucksack oder einer Handtasche wird sich die Hülle nicht einfach aufgehen, dafür ist in gewöhnlichen Taschen schlicht zu wenig Platz.

Fazit: Schlicht und elegant

Mit der Leather Style Folio Case liefert Proporta erneut eine hervorragend verarbeitete und außerordentlich hübsche Hülle ab. Die kleine Lasche für Fahrkarten oder ähnliches ist nett, aber kein wirkliches „Killer-Feature“. Ein solches sucht man hier auch vergebens. Die außen elegante Folio Case will von Innen eine schlichte und minimalistische Hülle sein, und dieser Anspruch wird auch eingelöst. Die fehlende Möglichkeit zum sicheren Verschließen erschien mir zu banal, als dass sie mich wirklich stören würde. Alles in allem erhält man für 30 Euro eine hervorragend gemachte Hülle für das Kindle Touch. Das Folio Case erhält deshalb im Gegenzug von uns 4 von 5 Punkten.

Autor & Copyright (Text & Abb.): Marc Günther

3 Kommentare »

  • Claudia schrieb:

    Schöner Beitrag, schönes Case. Aber “leider” ohne Goldschnitt, denn Goldschnitt ist nicht auf einem Buchrücken zu finden (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnittverzierung).

  • Ansgar Warner schrieb:

    Oh ja, stimmt!
    Es muss nämlich korrekterweise “Goldprägung” heißen, wie ich dem Wikipedia-Artikel über “Titelschilder” entnehme…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Titelschild_(Buch)

    Wieder etwas gelernt ;-)

  • Ansgar Warner schrieb:

    Ein nettes Detail am Rande: Der Buchtitel auf dem Pseudo-Rücken des Folio-Case (“psotia”) heißt übersetzt “Feuer” – vgl. “to kindle”, & natürlich auch Kindle Fire…