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Projekt Gutenberg schickt E-Books aufs Handy

7 Apr 2009

Viele aktuelle E-Books kann man dank kommerzieller Anbieter wie etwa Mobipocket bereits auf dem Handy lesen, jetzt kommen auch die Klassiker von Projekt Gutenberg hinzu. Die elektronischen Texte werden per WAP-Push direkt auf das Handy geschickt und lassen sich ähnlich wie Handy-Spiele als Java-Anwendung starten. Texte von lebenden Autoren wird man freilich vergeblich suchen: Denn im Projekt Gutenberg-DE geht es um Werke, deren Copyright abgelaufen ist, d.h. also deren Autor oder Übersetzer länger als 70 Jahre tot ist. Die ganz großen Klassiker sind ebenfalls nicht dabei: „Goethe, Schiller und andere haben wir bewußt ausgelassen“, so die Betreiber, ausgewählt wurden statt dessen „Novellen und Erzählungen aus den Bereichen Abenteuer, Erotik, Humor, Kriminalgeschichten und Sci-Fi“.

Der Eintritt in den Club der toten Dichter ist ein Premium-SMS-Service

Der Eintrittspreis in den Club der toten Dichter beträgt 1,99 Euro, pro virtuellem Buch versteht sich, soviel kostet nämlich die Bestellung eines Titels als „Premium-SMS-Dienst„. Ähnlich wie bei Logos und Klingeltönen schickt man eine SMS mit der Bestellnummer, und erhält retour die digitale Ware direkt aufs Mobiltelefon gesendet. Die Java-Technologie wird kostenlos von der Firma Cosmoblonde zur Verfügung gestellt. Voraussetzung für den Download von Handybüchern ist selbstverständlich ein javafähiges Handy sowie eine Verbindung mit dem Internet.

Völlig neu ist die Idee nicht, erinnern sich etwa Besitzer des Sony Ericsson T 610…

Völlig neu ist die Idee übrigens nicht: so gibt es etwa seit 2005 eine ähnliche Software für das Sony Ericsson T 610 und verschiedene Nachfolgermodelle, mit der sich online E-Texte in Java-Applets verwandeln lassen. Per Bluetooth oder Infrarot-Port werden sie dann auf das Handy übertragen. Aber schön ist das brandneue Angebot aus der Gutenberg-Galaxis trotzdem: per SMS-Order Melville, Mark Twain oder Stevenson auf’s Handy geschickt zu bekommen, bringt zumindest etwas Abwechslung an öde Orte wie Flughafen-Lounges, Bahnhöfe oder Wartezimmer aller Art.