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Projekt „Call Me Ishmael“: Social Reading & Hearing via Telefon

13 Nov 2015

call-me-ishmaelStorytelling kann auch mal mit kreativen Missverständnissen beginnen, wie etwa im Fall von „Call me Ishmael“. Logan Smalley und Steph Kent interpretieren den legendären ersten Satz von Melvilles ‚Moby Dick‘ proaktiv im Sinne von „Ruf mich an“ – und haben daraus ein Call-In-Projekt für begeisterte Roman-LeserInnen gemacht.

Unter der Nummer 774.325.0503 schalteten die New Yorker Kreativen eine Voice Mail-Box, auf der man persönliche Lektüre-Geschichten hinterlassen kann, siehe auch die Website „callmeishmael.com“. Mindestens ein Anruf pro Tag wird mit einer mechanischen Schreibmaschine transkribiert und über die Sozialen Medien geteilt, siehe etwa dieses bei Youtube gepostete Beispiel („To Kill a Mockingbird“):

Nun soll das Projekt den letzten Schritt zurück in die analoge Erzähl-Wirklichkeit schaffen – in Form des „Call me Ishmael“-Telefons. Das literarische Gerät hat die Form eines klassischen Münztelefons mit Wählscheibe und Gabel zum Aufhängen des Hörers, jede angewählte Ziffer auf der gehackten Replik aus schwarzem Kunststoff führt eine neue Geschichte zu Gehör.

Einen Prototypen haben Smalley und Kent bereits in ihrem lokalen Pub ausprobiert, mit Hilfe der Kickstarter-Crowd soll nun eine ganze Flotte von Call-Me-Ishmael-Telefonen in Bibliotheken, Buchhandlungen und anderen sozialen Orten aufgestellt werden, wobei der Bibliothekar oder Buchhändler zugleich als Kurator dient und via Web-Interface neue Stories einspeisen kann.

Letzlich geht es dabei natürlich genauso um Storytelling wie um Social Reading und Discoverability, denn mit den Geschichten über Bücher entdeckt man ja die Bücher gleich mit und wird von den storytellenden Lesern zu eigenen Lektüreerfahrungen motiviert…

(via Publishers Weekly)