Programmatic Direct Mail … oder Müll? PebblePost ergänzt Online-Ads mit automatisch versendeten Drucksachen

pebblepost-programmatic-direct-mailEgal wie groß, wie bunt, wie blinkend: Online-Marketing ist längst in der Aufmerksamkeitsfalle gelandet – die potentiellen Kunden sind genervt und blicken – und/oder klicken – weg. Die lästigen Banner sind letztlich sogar „Junk Mail 2.0“, findet Lewis Gersh, Gründer von PebblePost. Der erfolgreiche „Retargeting“-Experte muss es wissen – schließlich arbeitet er gerade an der „Junk Mail 3.0“. Die wird nämlich wieder gedruckt im Briefkasten landen – wenn der potentielle Kunde eine bestimmte Website angesteuert hat, und die Algorithmen im Hintergrund ihn aufgrund seiner digitalen Fährte eindeutig identifizieren konnte.

Verfolgungsverfahren nimmt Kunden ins Visier

„Programmatic Direct Mail“ nennt sich diese im doppelten Sinne sehr konkrete Vision – sie ist dank entsprechender Software-Schnittstellen und Print-On-Demand nicht nur technisch machbar, sondern führt schon jetzt in den USA bei zahlreichen Adressaten zu mehr physischer Werbepost im analogen Briefkasten.

Damit das virtuelle „Verfolgungsverfahren“ im Hintergrund nicht als genau solches wahrgenommen wird und beim Empfänger Paranoia plus Verärgerung auslöst, wird aber nicht dasselbe Produkt beworben, das zuvor im Browser betrachtet wurde. Stattdessen thematisiert die PebblePost-Technologie andere Beispiele aus der entsprechenden Produktkategorie – Gersh stellt sich die automatisch generierte Drucksache als einen „sanften, relevanten Reminder“ vor.

Papierpost erzielt hohe Konversionsraten

Wenn es um die Vorteile von Programmatic Direct Mail geht, gerät Gersh fast ins Schwärmen: in den Briefkasten an der Haustür muss man schließlich regelmäßig hineinschauen („everyone has to check their mail“), und wer eine Adresse hat, existiert auch in der Regel, anders als bei E-Mail („Bots don’t have mailboxes“). PebblePost arbeitet bereits mit zahlreichen Unternehmen zusammen – für die sich die Investition in Programmatic Direct Mail auch zu lohnen scheint: die Konversionsrate soll bei sieben bis zehn Prozent liegen.

(via TechCrunch)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".