Printed Electronics: Elektronik auf Papier statt elektronischem Papier?

printed-electronics-elektronik-auf-papierWie wäre es mit einem Buch aus Papier, das sich auf Fingertipp selbst vorliest? Oder sich per Fingertipp via Bluetooth als E-Book auf das Smartphone beamt? Oder gleich selbst zoombare Schriftgrößen besitzt? „Printed Electronics“ könnten all das zukünftig möglich machen — sie verbinden hochwertiges Industrie-Papier und elektronische Schaltkreise, die mit einem speziellen Verfahren direkt von der Rolle aufgedruckt werden. Neben verschiedenen Sensoren sind schon jetzt Funktionen wie etwa Lautsprecher oder Photovoltaik-Module zur Stromversorgung realisierbar, weitere könnten folgen.

Bilddruckpapier als geeignete Basis

Doch welches Papier ist dafür geeignet? Und wie haltbar sind solche Strukturen? Ein gemeinsames Forschungsprojekt von TU Chemnitz und der Papiertechnischen Stiftung hat das jetzt getestet – dabei kam heraus: schon derzeit am Markt verfügbare Bilderdruckpapiere mit hoher Oberflächengute – d.h. saugfähig und trotzdem sehr glatt – eignen sich grundsätzlich als Träger für den Aufdruck von elektronischen Bauelementen.

Gedruckte Elektronik lässt sich archivieren

Auch diverse physikalische und chemische Belastungen, wie sie beim normalen Alterungsprozess auftreten, können die Printed Electronics auf ihrem Substrat aus Papier offenbar überstehen — mindestens bis zu 100 Jahren würde die Funktionalität der Schaltkreise erhalten bleiben, schätzen die Forscher. Mit anderen Worten: Elektronik auf Papier wäre sogar langfristig archivierbar.

Je glatter das Papier, desto besser

Allerdings scheint zugleich klar zu sein: Um komplexere Anwendungen zu ermöglichen — z.B. ein Display — muss das Papier als Trägermaterial noch glatter sein, damit beim Aufdruck der hauchdünnen Elektronik keine Unregelmäßigkeiten entstehen, die die Funktion beeinträchtigen. Doch auf jeden Fall biete sich Papier schon jetzt als kostengünstiges, flexibles und nachhaltiges Trägermaterial an.

Bei der Papiertechnischen Stiftung (PTS) kann man den ausführlichen Bericht („Einfluss von Alterungsprozessen auf mechanische Oberflächeneigenschaften von Funktionsschichten gedruckter Elektronik auf Papierbasis“) zu dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsvorhaben herunterladen.

(via Publishernews & Print.de)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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