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Primus der Kompaktklasse: Sony Reader Pocket Edition (PRS-350) im Test

16 Dez 2010

sony-prs-350-test Er hat die Bedienfreundlichkeit des Oyo-Reader, und die Kontrast-Qualität des Kindle: Sonys neuer 5-Zoller PRS-350 ist der zur Zeit komfortabelste „Taschen-Reader“ auf dem deutschen Markt. Kein anderes Gerät bringt soviel Funktionen mit – von handschriftlichen Notizen & Anmerkungen via Touch-Screen-Display bis zu 12 vorinstallierten Wörterbüchern. Dank Eingabestift („Stylus“) ist die Bedienung der virtuellen Tastatur besonders angenehm. Trotz Metallgehäuse wiegt die Pocket Edition zudem nur 155 Gramm. Preislich liegt der in den Farben silber, dunkelblau & pink lieferbare PRS-350 mit 179 Euro im Mittelfeld.

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Touch-Screen verpflichtet: Auch Sony packt das Tablet-Fieber

Das Tablet-Fieber hat auch die E-Reader-Branche angesteckt – immer mehr Lesegeräte werden mit Touch-Screen ausgeliefert. Das geht leider oft auf Kosten des Kontrastes, denn in den meisten Fällen wird über das E-Ink-Display eine kapazitive Sensorschicht gelegt, die den Hintergrund dunkler erscheinen lässt. Sonys neue Reader erkennen die Bewegung von Fingern oder Eingabestift dagegen mit Infrarot-Sensoren, die an den Display-Rändern angebracht sind. So kommt man gleichzeitig in den Genuss des kontraststarken Pearl-E-Inks, wie es auch bei Amazons Kindle Verwendung findet, und hat zugleich den Komfort eines Touch-Screens. Mit 16 Graustufen und einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln ist Sonys Pocket Reader Edition auch ansonsten voll auf der Höhe der Zeit. Umgeblättert wird per Fingerwisch, die Seitenwechsel sind rasant. Von „XS“ bis „XXL“ stehen ingesamt sechs Schriftgrößen zur Auswahl.

Die Pocket Reader Edition wurde deutlich verschlankt

Von außen erinnert das PRS-350 tatsächlich an ein Tablet – denn im Vergleich zur Vorgänger-Version wurde das Gerät auf 10,4 mal 8,5 Zentimeter deutlich verschlankt (von 15,7 mal 10,7 cm). Auch das Gewicht ist von 220 auf 155 Gramm geschrumpft. Die Nummerntasten neben dem Display sind ebenso verschwunden wie der Bedienring mit Richtungstasten. Geblieben sind lediglich fünf schmale Buttons am unteren Displayrand – zum Umblättern, zur direkten Ansteuerung des Hauptmenüs, zum Zoomen und zur Auswahl von verfügbaren Optionen. Einzige Schnittstelle des 5-Zollers ist der Mikro-USB-Port an der Unterkante, die Slider-Taste zum Einschalten ist wie beim Vorgängermodell an der Oberkante. Erst auf den zweiten Blick erkennt man ein neu hinzugekommenes Element – an der rechten oberen Gehäuseecke lässt sich der etwa zehn Zentimeter lange Eingabestift herausziehen. Im komplett ausgeschalteten Zustand ist das E-Ink-Display leer – wurde der Reader nur in den Schlafmodus versetzt, wird ähnlich wie bei Kindle oder LumiRead ein Bild angezeigt.

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Icons & Buch-Cover: Das Menü ist grafisch aufgepeppt

Beim ersten Start gilt es zwei Auswahlmenüs zu bewältigen – dort lässt sich Deutsch als Menüsprache wählen sowie eine deutsche Tastaturbelegung. Danach landet man im Hauptmenü, das im Vergleich zum PRS-300 grafisch aufgepeppt worden ist. Sowohl das zuletzt gelesene E-Book wie auch die ersten drei Titel der E-Bibliothek werden mit miniaturisierten Cover-Bildern angezeigt. Weitere Icons verweisen auf „Periodika“ (also elektronische Zeitungen und Zeitschriften), „Sammlungen“ (etwa die Liste der ungelesenen E-Books, der gekauften E-Books, oder eine selbst zusammengestellte Liste) sowie Notizen (womit auch Anstreichungen im Text gemeint sind.) Über das Icon „Anwendungen“ gelangt man zu einem Untermenü, in dem sich die Bilddateien und via Stylus angefertigten handschriftlichen Notizen ansehen lassen. Zudem kann man dort das gerade aktivierte Wörterbuch durchsuchen und mit der virtuellen Tastatur Text-Memos erstellen. Konfigurieren lässt sich der PRS-350 über das Icon „Einstellungen“ am unteren rechten Display-Rand.

Per Doppeltipp zum virtuellen Eselsohr

Die Basisfunktionen können dank Touch-Screen direkt mit dem Finger ausgeübt werden, insbesondere die Auswahl des E-Books und das Umblättern. Ob das Vorwärtsblättern mit einem Fingerwisch von links nach rechts oder umgekehrt stattfindet, kann man im Konfigurationstmenü auswählen. Mit einem Doppeltipp auf die rechte obere Ecke einer Seite legt man ein Lesezeichen an, das als virtuelles Eselsohr angezeigt wird. Über die Option Notizen erstellen/bearbeiten können auf der aktuellen Seite Textpassagen markiert werden – das geht am besten mit dem Stylus. Anstatt einfacher Markierung durch grauen Hintergrund kann auch direkt auf das Schriftbild gekritzelt werden – man kann also etwa einzelne Worte unterstreichen, unterkringeln oder durchstreichen. Besonders komfortabel ist die Wörterbuchfunktion. Mit Doppeltipp per Stylus auf ein einzelnes Wort lässt sich die jeweilige Bedeutung direkt im unteren Bereich der Seite anzeigen. Um einen detaillierten Wörterbucheintrag zu lesen, wechselt man ganz einfach in die Vollansicht des Wörterbuches. Zur Auswahl stehen u.a. das New Oxford American Dictionary sowie das Collins English-German Dictionary.

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Vier E-Books sind bereits vorinstalliert

E-Books im epub wie auch PDF lassen sich mit dem PRS-350 problemlos öffnen. Durch die Reflow-Funktion werden auch PDFs so umgebrochen, dass man sie bequem auf dem Display lesen kann. Bei den meisten PDFs lässt sich bei dieser Form der Ansicht auch die Schriftgröße ändern. Was der PRS-350 leider nicht anbietet, ist eine Auswahl verschiedener Schriftfonts. Vier E-Books sind auf der Reader Pocket Edition bereits vorinstalliert, darunter Markus Albers Ratgeber „Meconomy“ sowie drei Krimis (Martin Muchas „Papierkrieg“ sowie zwei Folgen aus der „Kühlfach“-Serie von Jutta Profijt). Um via USB-Kabel eigene E-Books auf den Reader übertragen zu können, muss auf dem Desktop-Computer Sonys “eBook Library” installiert werden. Die Software kann vom Reader aus direkt auf den PC oder Mac gebracht werden. Sobald die eBook Library eingerichtet ist, startet sie beim Anschluss der Pocket Edition am USB-Port automatisch. Um DRM-geschützte epubs auf dem Lesegerät öffnen zu können, muss man sowohl der Computer wie auch der Reader selbst mit einer gültigen Adobe-ID autorisieren.

Sonys PRS-350: für mobiles Lesen unbedingt empfehlenswert

Mit dem eingebauten Flash-Speicher von 2 Gigabyte passen etwa 1200 E-Books auf das Gerät – dann ist aber endgültig Schluss, denn der PRS-350 hat keinen Einschub für externe Speicherkarten. Auch auf das Abspielen von MP3-Dateien muss man verzichten. Wer solche Extras nicht missen möchte, sollte den großen Bruder PRS-650 wählen – der allerdings erst ab 229 Euro zu haben ist. Ansonsten bringt die Sony Reader Pocket Edition aber alles mit, was ein Reader braucht – er ist ebenso kompakt wie robust, liegt leicht in der Hand und lässt sich dank Touch-Screen intuitiv bedienen, ohne das man viele Knöpfe drücken muss. Durch den Verzicht auf eine W-Lan-Schnittstelle hält der Akku bei normalem Betrieb bis zu 2 Wochen. Für alle, die unterwegs so komfortabel wie möglich lesen wollen, ist Sonys PRS-350 unbedingt zu empfehlen – es ist mit Abstand das beste 5-Zoll-Gerät auf dem deutschen Markt.


Reader Pocket Edition / Reader Touch Edition im Vergleich


Modell

Reader
Pocket Edition (5 Zoll)

Reader
Touch Edition (6 Zoll)

Display

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

E-Ink Pearl Touchscreen
(16 Graustufen)
800x600 Pixel

Gewicht

155g

220g

Schnittstellen

USB

USB

Speicher

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

2 GB (Intern),

32 GB (extern)

E-Book-Formate

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

EPUB (DRM),
Adobe PDF, etc.

Zubehör

Micro-USB Kabel

Micro-USB Kabel

Preis

179
Euro (E-Book-News)

229
Euro (E-Book-News)

Audio-Features

keine

MP3-Player,
3,5 mm Kopfhörerbuchse