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Prime Now ab Mai in Berlin: Kindle, Windel & Taschenbuch in 120 Minuten

29 Mrz 2016 1 Kommentar

amazon-prime-now-in-berlinMit dem “Same Day Service” fing es an, nun will Amazon auch in Deutschland noch kürzere innerstädtische Lieferzeiten für besonders beliebte Produkte bieten. Darunter etwa Kindle-Reader oder Fire-Tablets, Top-Seller des täglichen Bedarfs, und nicht zuletzt wohl Print-Buch-Bestseller. Ab Mai startet die hiesige Version der Blitzlieferung für Premiumkunden, genannt “Prime Now”, zunächst in Berlin. Genutzt wird Prime Now über eine gleichnamige App. Die neue Dienstleistung soll Montags bis Samstags angeboten werden, anfangs mit zehn Fahrern im Zwei-Schichten-System, berichtet die Tageszeitung “WELT”. Auch in München sei ein ähnliches Angebot geplant.

Am Ku-Damm ist das Hauptquartier

Kristallisationspunkt sowohl der aktuellen Netz-Gerüchte wie auch der leibhaftigen Erscheinung bleibt momentan aber das verwaiste Berliner Ku’Damm-Karree: laut Berichten von Tagesspiegel, Welt & Co. wird Amazons urbanes Auslieferungslager in die Räume der ehemaligen Elektronik-Kette Pro-Markt einziehen. Mehr als 10.000 unterschiedliche Artikel sollen dort dann auf zwei Etagen “chaotisch” gestapelt werden, für die Auffindbarkeit sorgen Barcode-Scanner und Bestands-Software, die Lieferung über die letzten (Kilo-)Meter in Richtung Haus- bzw. Bürotür übernehmen kleine und mittelständische Kurierdienste aus der Hauptstadt.

Prime Now verzichtet auf DHL

“Der Online-Händler baut sich Stück für Stück eine eigene Zustellung auf, ohne dafür eine neue Firma gründen oder viel Geld in Infrastruktur und Mitarbeiter investieren zu müssen”, interpretiert die WELT die neuen Aktivitäten des Online-Händlers. Die meisten Paket-Sendungen übernimmt bisher die Posttochter DHL, sie dürfte nun Aufträge verlieren — und genau darum geht es Amazon natürlich auch: denn das Prime-Programm ist zwar für die Kundenbindung extrem wichtig, kostet aber weltweit auch Milliarden. Das nächste große Logistikzentrum im Raum Berlin etwa befindet sich in Brieselang, mehr als 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die wohnortnahe Lieferung vom Kudamm aus spart also nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld.

New York als großes Vorbild

In New York funktioniert das schon seit Ende 2014: vom Warenlager in Manhattan aus werden lokale Premium-Kunden innerhalb von ein oder zwei Stunden aus einem Angebot von 25.000 verschiedenen Artikeln bedient (dort sogar inklusive Lebensmittel…), von 6 Uhr morgens bis Mitternacht, sieben Tage die Woche. Wer wirklich nur 60 Minuten warten möchte, muss in Manhattan wie auch anderen Großstäden von Chicago bis San Antonio allerdings acht Dollar Aufschlag zahlen, 120 Minuten-Lieferungen sind in der Prime-Mitgliedsgebühr enthalten.

Bücher in den USA Teil des Angebots

Genutzt wird Amazon Prime Now mit der Prime Now-App (siehe z.B. die Beschreibung in Apples App-Store) — zu den besonderen Features gehört nicht nur die Möglichkeit der Lieferzeit-Festlegung im Tagesverlauf, sondern auch die Echtzeit-Verfolgung der Kurierfahrt in einer Kartenansicht. Zu den via App bestellbaren Produkten gehören in den USA auch gedruckte Bücher – so berichtete kürzlich etwa Teleread, dass in der Region Indianapolis zwischen Windeln, Flachbildfernsehern und Stapelchips auch etwa 500 Bestseller-Titel im Katalog auftauchen. Das seien schon 10 Prozent des Angebots in Amazons erster physischer Buchhandlung in Seattle – “and nothing stops them from adding more”.

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