Poppy J. Anderson im Kindle Million Club: erste deutsche Indie-Autorin wird Auflagenmillionärin

Indie-Lounge im Gespräch mit Poppy J AndersonDer Kindle Million Club hat ein neues Mitglied, und zwar „made in Germany“: mit Poppy J. Anderson stößt zum ersten Mal eine Indie-Autorin aus Deutschland in die erlauchte Runde der E-Book-Auflagenmillionäre. Das berichtete gerade Matthias Matting auf seinem Blog Selfpublisherbibel. Herzlichen Glückwunsch, Poppy! Wie Titel à la „Verbotene Küsse in der Halbzeit“, „Make Love und spiel Football“ oder „Cheerleader küsst man nicht“ verraten, ist Genre-Literatur das Geheimnis des Erfolgs – speziell Young Adult Romance im Bereich American Football.

Bisher fast nur US-AutorInnen im KMC

Mit Oliver Pötzsch („Henkerstochter“/“Hangman’s Daughter“) gab es seit 2013 auch schon einen deutschen Autor, der mehr als eine Million Titel insgesamt via Amazon verkauft hatte, wenn man E-Book, Audiobook und Print zusammenrechnete. Im eigentlichen „Kindle Million Club“ wurden aber seit 2011 vor allem mehr als ein Dutzend Autoren aus den USA aufgenommen, darunter John Locke, Lee Child oder Stephenie Meyer.

Starken US-Bezug hat aber auch Poppy J. Anderson: „Meine Romane spielen in den USA, einfach weil ich eine enge Verbindung – auch familiär bedingt – zu den Staaten habe“, erzählte Poppy unserem Kollegen Klaus Seibel, als sie Ende 2013 zu Gast in der Indie Lounge auf E-Book-News war.

Poppy J. Anderson veröffentlicht auch bei Rowohlt

Auch das Pseudonym hat Bezüge über den großen Teich: „Meine amerikanische Verwandtschaft gab mir als Kind den Spitznamen ‚Poppy‘, da ich total vernarrt in Mohnkuchen war“, so die Autorin. Anderson wiederum ist ein Familienname aus den Romanen der Bestseller-Autorin Johanna Lindsey, die Poppy sehr am Herzen liegen.

Am Anfang ihrer Karriere störte Poppy oft noch das Image der Self-Publishing-Autoren: „Sehr oft wird man in der Branche belächelt, wenn nicht sogar herabgesetzt“, sagte sie noch vor anderthalb Jahren im Interview auf E-Book-News. Das hat sich längst geändert – mittlerweile erscheint ihre Football-Romance-Serie „Titans of Love“ nämlich im Rowohlt-Verlag. Als frischgebackenes Mitglied im „KMC“ dürfte das Akzeptanz-Problem wohl endgültig gelöst sein.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".