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„Place it, press it, get it“: Amazons Dash-Buttons verbinden online- und offline-Welt

30 Jul 2015

amazon-dash-buttonsManche dachten zuerst an einen verfrühten April-Scherz, als Amazon am 31. März den „Dash Button“ präsentierte: ausgewählte Prime-Kunden in den USA erhielten auf Wunsch anfassbare, reale One-Click-Kauf-Knöpfe, bedruckt mit dem jeweiligen Produkt-Logo von Verbrauchsgütern, etwa für Waschmittel, Windeln oder Kaffee-Pads.

Kauf‘ dir einen Kauf-Button

Nun sind die Dash-Buttons für alle Prime-Mitglieder bei Amazon.com verfügbar, zum Preis von 4,99 Dollar. Wie bitte!? Ja, um mit diesem experimentellen Knopf bestellen zu dürfen, muss man ihn erstmal bei Amazon kaufen. Und beeilen muss man sich auch, es ist ein „Limited Release“, solange Vorrat reicht.

Ähnlich wie im Web soll damit auch in der Offline-Welt der Einkauf so einfach wie möglich gemacht werden, ohne kompliziertes Einloggen, mehrmaliges Bestätigen usw. Über WiFi melden die Buttons den Kaufwunsch an Smartphone oder Tablet weiter – sobald man sie via Amazon App aktiviert hat.

Installationsprozess nicht ganz so einfach

Ganz so trivial ist der Setup-Prozess allerdings nicht, der Installationsvorgang mit iPhone oder Android-Phone läuft über insgesamt sieben Schritte. Dafür ist die Nutzung dann tatsächlich easy: einmal gedrückt, wird automatisch eine Bestellung generiert, die dann via Smartphone-Meldung bestätigt wird, inklusive der Möglichkeit, wieder zu stornieren. Solange eine Bestellung nicht ausgeliefert wurde, ist der Knopf deaktiviert.

Gerätehersteller kooperieren mit Amazon

Letzlich sind die bunten Dash Buttons aber nur das Begleitkonzert für eine technisch noch aufwändigere Entwicklung: Amazon stellt der Industrie eine eigene Dash-Schnittstelle zur Verfügung („Dash Replenishment Service“), auf die vernetzte Geräte mit entsprechender Sensorik zugreifen können – so könnte etwa eine Kaffemaschine, deren Bohnenvorrat zur Neige geht, bei Amazon neuen Stoff bestellen. Unternehmen wie Whirlpool, Quirky, Brother und Brita sind schon dabei.

Chance für Buy-Local-Initiativen?

Schlechte Nachrichten für den lokalen Handel, könnte man meinen. Zumindest vergleichbare Bestellknöpfe könnten natürlich in Zukunft auch von Buy-Local-Initiativen realisiert werden. Vielleicht ja sogar von Buchhandlungen – schließlich geht der Lesestoff auch mal zur Neige, auf Knopfdruck würde dann der Fahrradkurier den nächsten Band der Lieblingsserie ins Haus bringen.