Pi Zero startet: Mini-PC made in Wales als Zeitschriften-Gimmick

pi-zero-als-gimmickSchon bisher hat die britische Raspberry Pi-Stiftung alle Rekorde gebrochen, wenn’s darum ging, frei programmierbare und erweiterbare Einplatinen-Computer unter die Leute zu bringen – zum Preis von ein paar Dutzend Euro wurden seit 2012 mehr als 7 Millionen dieser Experimentier-Gadgets verkauft. Mit dem aktuellen Modell Pi Zero wird nun aber noch einmal ein ganz besonderer Meilenstein erreicht – für nur 5 Dollar gelangt die scheckkartengroße Leiterplatte mit Broadcom-CPU, 512 MB Ram, SD-Slot, HDMI und Mikro-USB in den Handel.

Wer die Dezember-Beilage der hauseigenen Zeitschrift Mag Pi kauft, erhält den Pi Zero sogar als kostenloses Gimmick dazu – und das bei einer 10.000er Auflage. Eine kleine Reminiszenz an die die frühen 1980er Jahre, als Elektronikzeitschriften wie Elektor eigene Computer-Bausätze feilboten, allerdings zu einem damals deutlich höheren Preis. Auch Sinclairs legendärer ZX 81 kostete als Bausatz noch eine ganze Menge.

Ein kompletter Computer als in Plastikfolie verpackte Zeitschriften-Mitgift, das wäre damals unvorstellbar gewesen. Aber Moore’s Law hat die Preisbarrieren nach und nach geschleift, ein funktionsfähiger PC (in diesem Fall freilich ohne Ein- und Ausgabegeräte geliefert) mit CPU und Speicher kostet mittlerweile offenbar weniger als ein Taschenbuch oder eine Zeitschrift. Fragt sich nur: wie geht’s weiter, nachdem das „Race to the bottom“ tatsächlich den Boden erreicht hat!?

Introducing PIZERO from Raspberry Pi Foundation on Vimeo.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".