Pew-Studie: Tablet & Laptop bei jüngeren Lesern beliebter als klassische E-Reader

Amerikanische Teens & Twens mögen zwar nicht mehr in der Lage sein, analoge Uhren abzulesen, doch Buchstaben können sie offenbar noch sehr gut entziffern. Denn wie das Pew Research Center berichtet, haben acht von zehn Personen zwischen 16 und 29 Jahren im letzten Jahr ein Buch gelesen, und mehr als die Hälfte hat die lokale Bibliothek genutzt. Wenn es dabei um elektronischen Lesestoff ging, bevorzugten dabei 40 Prozent ein Smartphone und 55 Prozent den Bildschirm eines PCs oder Laptops. Kindle oder Tablet kamen dagegen jeweils nur auf knapp 20 Prozent – bei älteren Leserinnen und Lesern liegt diese Quote dagegen fast bei 50 Prozent.

Dass man im Rahmen des Projekts „Internet & American Life“ vor allem an der Altersgruppe U-30 interessiert ist, hat natürlich einen guten Grund – denn schließlich handelt es sich um die Nachwuchsleser, deren Gewohnheiten und Vorlieben die Zukunft der Buchbranche bestimmen werden. Die Gesamtaussichten sind gar nicht mal so schlecht, vor allem für die Anbieter von E-Content. Denn dem Pew Research Center zufolge lesen insgesamt bereits 47 Prozent der jüngeren US-Amerikaner längere elektronische Texte vom E-Book über E-Magazine bis hin zu E-Newspaper. Zudem schätzen 40 Prozent der E-Leser, dass sie dank elektronischer Lektüre mehr lesen als zuvor. Bei den älteren US-Amerikanern sind dagegen nur 28 Prozent dieser Ansicht.

Etwas Nachholbedarf haben die Nachwuchsleser jedoch noch bei der allgemeinen Medienkompetenz: Denn nur die wenigsten von ihnen wussten, dass sie E-Books tatsächlich schon in ihrer Bibliothek ausleihen können. Serviceorientiert sind die jungen E-Leser obendrein. Denn mit E-Book-Downloads möchten sie sich nicht herumplagen, eine Mehrheit bevorzugt es, gleich E-Reader mit vorinstallierten Titeln auszuleihen. Die wichtigste Form der Ausleihe macht übrigens immer noch das Weitergeben von Büchern innerhalb von Familie und Peer-Group aus – das informelle Leihen und Tauschen liegt weit vor der Bibliotheksbenutzung und dem Kauf. Grundsätzlich entscheiden sich die meisten Befragten lieber für den direkten Kauf, wenn sie die Wahl zwischen schnellem Bezahlen und langsamer Ausleih-Prozedur haben, egal ob es um gedruckte Bücher oder E-Books geht.

Abb.: Pew Research Center

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

2 Gedanken zu „Pew-Studie: Tablet & Laptop bei jüngeren Lesern beliebter als klassische E-Reader“

  1. Dein Berich zeigt eindeutig, dass der Trend hin geht zu elektronischem Lesen. Ich habe meine ersten Bücher auch auf dem Handy gelesen und es ging auch. Jetzt habe ich einen Kindle und ich merke sofort den Unterschied. Nur Fachbücher und Kochbücher lade ich mir nicht auf meinem Kindle, die lese ich auf meinem Tablet.

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