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Papierlose Zeitung spart Kerosin: Lufthansa stellt um auf digitale Bordexemplare

25 Jan 2016 2 Kommentare

lufthansa-papierloses-bordexemplarMit „Bordexemplaren“ von Magazinen und Gazetten hübschten die Zeitungsverlage bisher ihre Printauflage kräftig auf, ein für die Fluggäste wie auch die Airlines (zumeist) kostenloser Service. Doch die Zeiten der Win-Win-Situation auf Totholz-Basis sind offenbar vorbei. Mit der Lufthansa erteilt eine der weltgrößten Fluggesellschaften der gedruckten Lektüre zukünftig Startverbot, als Ersatz gibt’s E-Paper zum Download auf Smartphone, Tablet oder Laptop.

„Großteil der Passagiere nutzt Mobilgeräte“

Die Passagiere dürfen sich freuen: man werde auf diesem Weg „eine deutlich erweiterte Auswahl von deutschsprachigen und internationalen Magazinen und Zeitungen anbieten“ können, so die Lufthansa-Pressemitteilung. Ohnehin führe ja ein „Großteil der Fluggäste mindestens ein mobiles Endgerät auf Reisen mit sich“. Die „Reduzierung der Printauflage“ bedeute zugleich auch „weniger Gewicht an Bord und somit einen geringeren Kerosinverbrauch“. Laut Wirtschaftswoche soll es um einen „Millionenbetrag“ gehen.

Print als Werbeträger leidet

Nicht ganz so freuen dürften sich die Verlage, denn alleine Welt, FAZ und Süddeutsche boosteten noch 2014 ihre offizielle Printauflage (ausgewiesen via IVW/Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) um mehr als 120.000 Exemplare. Nun können sie zwar ihre Digitalauflagen aufbessern, erhalten aber im Gegenzug für etwaige Printanzeigen weniger Geld. Auch hierbei dürfte es um Millionenbeträge gehen.

Zum Start zwei E-Paper pro Fluggast

Letzte Woche ging’s los: Fluggäste können bei der Airline mit dem Kranich nun bereits drei Tage vor dem Start unter Angabe von Buchungscode oder Ticketnummer online zwei eJournals ihrer Wahl herunterladen. Ab März 2016 will die Lufthansa das Angebot dann „je nach Reiseklasse und Vielfliegerstatus“ staffeln – mit anderen Worten: je VIPper, desto mehr E-Paper gibt’s pro Nase. Aber auch desto mehr Lese-Luxus: In den Lounges am Boden wie auch in der ersten Klasse an Bord wird nämlich vorerst auch weiterhin gedruckte Zeitungen finden.

(via publisher vor 9 & taz.de)

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