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Seitenblicke nach Fernost: OpenBook präsentiert Zahlen zum chinesischen Buchmarkt

6 Sep 2017 0 Kommentare

beijing-book-fair-2017In Sachen Buchmarkt-Trends wird gerne auf die USA geschaut, es lohnt sich aber auch enorm, mal ab und zu in die andere Richtung zu blicken, sprich: nach China. Anlässlich der Pekinger Buchmesse Ende August hat das chinesische Pendant zu Nielsen BookScan namens „OpenBook“ (sehr lustiger Name angesichts eines staatlich kontrollierten Buchmarktes…) gerade interessante neue Zahlen zum dortigen Marktvolumen vorgelegt.

Marktvolumen doppelt so groß wie in Deutschland

Das gesamte Marktvolumen liegt mit geschätzten 16 bis 19 Milliarden Euro irgendwo zwischen Deutschland (neun Mrd. Euro) und den Vereinigten Staaten (20 Mrd. Euro). Der Buchhandelsumsatz alleine erreichte im letzten Jahr knapp immerhin neun Milliarden Euro. Doch der Markt selbst ist wohl kaum mit hiesigen Verhältnissen zu vergleichen — alleine schon durch die starke staatliche Kontrolle und Quersubventionierung. In den Top Ten der größten Publisher findet man ausschließlich Staatsverlage, die ihren Umsatz zum großen Teil mit Schul- und Fachbüchern machen. Große private Verlagshäuser wie Booky, Readinglife, Huazhang Books oder Dolphinmedia werden in Buchmarktstatistiken deswegen gesondert aufgeführt.

Überraschend internationale Bestseller-Liste

Gar nicht so viel Exotisches vermittelt dagegen ein Blick auf die aktuelle Belletristik-Bestsellerliste (d.h. Juli 2017), die OpenBook monatlich auch in einer englischen Version bereitstellt – die ersten zehn Ränge teilen sich nämlich in- und ausländische Autoren pari-pari. An Platz eins und zwei stehen Mystery-Romane des japanischen Autors Higashino Keigo, auch drei „westliche“ Romane sind in Übersetzung mit dabei, ein Thriller von Claire McFall, Khaled Hosseinias „Kite Runner“ sowie, Überraschung, „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez. Die restlichen fünf Romane stammen aus der Feder prominenter chinesischer Autoren, wobei z.B. die Titel von Lu Yao und Yu Hua auch in englischen bzw. deutschen Übersetzungen vorliegen.

Die genauen Zahlen kennt leider niemand…

Die Bestseller-Statistiken sind allerdings mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, OpenBook zufolge decken die zugrunde liegenden Zahlen lediglich 30 bis 40 Prozent der gesamten Umsätze im chinesischen Buchhandel im stationären sowie Online-Bereich ab. Den starken Boom des „Online-Readings“ muss man dazu auch noch berücksichtigen, viele der via Smartphone-App gelesenen E-Books stammen von Self-Publishern und werden gar nicht im klassischen Sinne verkauft, sondern massenhaft gratis oder per Flatrate-Abo konsumiert.

(via Buchreport & Publishing Perspectives)

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