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Open Access Light: Fachzeitschrift „Nature“ bietet Nicht-Abonnenten Read-only-Zugang

4 Dez 2014

„Nature“ ist nicht nur die weltweit am meisten zitierte naturwissenschaftliche Zeitschrift, das wöchentlich erscheinende Journal wird online innerhalb der Scientific Community auch besonders häufig geteilt. Bisher allerdings nur sehr inoffiziell: viele Subskribenten schickten Kollegen ganz einfach PDF-Downloads interessanter Artikel, ohne sich um die rigiden Lizenzbestimmungen zu kümmern. Gerade auch die Autoren selbst brachten ihre Artikel so in Umlauf, denn das sogennante „Self Archiving“, also das online stellen des Artikel-Manuskripts, ist erst sechs Monate nach Veröffentlichtung in Nature erlaubt.

Publisher kann Nutzung besser auswerten

Zukünftig wird Nature nun aber einen Open Access-ähnlichen Ansatz verfolgen, man darf per E-Mail, Facebook oder Twitter auf eine Read-Only-Version von Artikeln verlinken, die sich im Webbrowser vermittelt durch das Content Management System „ReadCube“ darstellen lässt, aber keinen Download der Inhalte erlaubt. Vorteil für Macmillan Publishing, den Verlag hinter Nature: die Nutzung der Artikel lässt sich nun leichter statistisch auswerten. Auch wer verlinkt hat, ist feststellbar, denn die mit der Community geteilten Links enthalten automatisch generierte Verweise auf den jeweiligen Abonnenten.

Auch News-Portale & Blogs dürfen verlinken

Für ausgewählte Nachrichten-Portale und Wissenschafts-Blogs wird der Verweis auf Nature-Veröffentlichungen ebenfalls deutlich erleichtert: wenn Nicht-Abonnenten auf einen Artikel-Link klicken, stranden sie ab jetzt nicht mehr an einer Paywall, sondern werden ebenfalls auf eine Read-Only-Version weitergeleitet. Registrierte Nutzer von ReadCube können sich eine E-Bibliothek interessanter Artikel anlegen und zudem Anmerkungen machen. Die gemäßigte Open-Access-Strategie von Nature wird zunächst einmal für ein Jahr getestet. Bei Erfolg könnte sie dafür sorgen, dass auch andere große Zeitschriften – etwa Science – ihre Veröffentlichtungs-Politik reformieren.

(via Sciencemag.org)

Abb.: Screenshot nature.com