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Online-Reading-Boom in China: serielles Storytelling toppt Kindle-Kultur, schon mehr als 300 Mio. Leser

25 Jul 2017 1 Kommentar

china-reading-homepage„Online-Reading“ in China boomt – statt einzelne E-Books auf dem E-Reader lesen die Chinesen via App Serienromane auf dem Smartphone — „I turn to Kindle for serious books but I go to Chinese online literature for imagination, fun and freedom“, zitiert Forbes eine typische jugendliche Vielleserin aus dem Reich der Mitte. Wichtig dabei ist aber auch der Social-Reading-Effekt – man tauscht sich mit anderen Lesern und Autoren aus, macht Plot-Vorschläge und bewertet. Mehr als 330 Millionen Chinesen machen das schon so, die meisten gehören der Generation Ü30 an und bevorzugen typisch fernöstliche Genres wie Wuxia oder Populärkultur à la Fantasy, SciFi oder Herzschmerz. Der Markt wächst schwindelerregend schnell: seit 2012 gingen die Umsätze um 20 Prozent in die Höhe, mittlerweile ist es ein Milliarden-Dollar-Markt.

Wachstumsrate zweimal höher als bei Amazon

Marktführer ist China Reading, eine Tochter des Tencent-Mediakonzerns (siehe z.B. auch „WeChat“), die gerade in HongKong an die Börse gegangen ist, 800 Millionen Dollar frisches Kapital sollen die weitere Expansion ermöglichen. Dabei kann das Unternehmen selbstbewusst auftreten – der Umsatz wuchs zuletzt um 59 Prozent, mehr als doppelt so schnell wie Amazon, außerdem versammelt China Reading bereits 175 Millionen Leser, Amazon hat weltweit „nur“ knapp 300 Millionen registrierte Kunden, und nicht jeder shoppt Lektüre im Kindle Store.

E-Reader-Projekt von China Reading gescheitert

Interessanterweise hat China Reading kürzlich auch einen eigenen E-Reader auf den Markt geworfen, technisch und preislich vergleichbar mit Amazons Paperwhite-Reader. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen, das Gerät liegt wie Blei in den Regalen. Die elektronische Lesekultur in China, sie wird so bleiben, wie sie entstanden ist: mobil via Smartphone und always online. Und genau dort hat China Reading eben auch seine Stärken: „It’s the habitat of pure internet culture, where writers create content online; platforms publish novels online; fans gather, read and share stories online“, zitiert Forbes den Literaturwissenschaftler Shao Yanjun von der Uni Peking.

(via Forbes.com)

Abb.: Screenshot der Website von China Reading („book.qq.com“)

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