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Online-Einkaufsverbot am Sonntag als Rettung für den Einzelhandel?

8 Jun 2017 1 Kommentar

online-handel-sonntags-geschlossenDer Leerstand ernährt den Leerstand: Die Online-Konkurrenz führt den stationären Handel in Deutschlands City-Lagen immer weiter in die Abwärtsspirale, warnt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung und des Handelsverbands Deutschland (HDE). Bis 2021 drohen demnach 20 Prozent Leerstand, mehr als 50.000 Ladengeschäfte würden bis dahin bundesweit aufgeben, so die düstere Prognose.

Rückzug aus der Fläche als Lösung?

Der HDE bläst deswegen zum geordneten Rückzug — vor allem die Fußgängerzonen müssten sich zukünftig „gesundschrumpfen“. Außerdem brauche man Hilfe von außen, sprich von der Politik: „Das schafft der Handel nicht mehr allein.“ Denn der „virtuelle Standort Internet“ sei konkurrenzlos, vor allem auch wegen der zeitlich unbegrenzten Einkaufsmöglichkeiten, Sonntags inklusive. Was also tun?

Grüne wollen Online-Handel ausbremsen

Während der HDE ein besseres City-Management fordert, um vorhandene Vermarktungs-Potentiale auszuschöpfen, haben die niedersächsischen Grünen einen ganz anderen Vorschlag in die Debatte geworfen: der Online-Handel am Sonntag müsse eingeschränkt werden, um den Offline-Handel nicht zu benachteiligen. Bestellen soll man sonntags zwar noch können, mehr aber auch nicht: „Es ist ausreichend, wenn die Bearbeitung der Bestellung am Montag passiert. Die Mitarbeiter müssen nicht das ganze Wochenende bereitstehen“, so Stefan Körner, Landeschef der Grünen.

Kein E-Book-Download am Sonntag?

Spannend wäre eine solche Regelung natürlich erst recht, wenn sie auch für digitale Dienstleistungen gelten würde — dann könnte man z.B. E-Books zwar Sonntags kaufen, aber erst Montags herunterladen. So weit haben die Grünen aber offenbar nicht gedacht, es geht wohl eher um physische Waren. Ob der Vorschlag am Ende tatsächlich im Kapitel „GRÜNE WIRTSCHAFT: NACHHALTIG, INNOVATIV UND GERECHT“ ins offizielle Wahlprogramm der niedersächsischen Grünen aufgenommen wird, entscheidet sich spätestens an diesem Wochenende, dann wird nämlich darüber abgestimmt, mit welchen Programmpunkten die Öko-Partei in die nächste Landtagswahl zieht.

Abb.: Ben Husmann (cc-by-2.0)

Ein Kommentar »

  • Ron schrieb:

    Dies Unidee gab’s doch schon mal, oder war es da eine Ladenschlusszeit um 22Uhr? Egal, wer solchen Blödsinn redet, der hat offensichtlich beim Dealer des Vertrauens Mist angedreht bekommen.
    Nicht nur, dass man die Zeit (zum Glück) nicht zurückdrehen kann, daran scheitern gerade auch ganz andere, auch jetzt liefert niemand am Sonntag Ware aus. Das Ganze ist eine totale Null-Nummer, Bestellungen von Freitag abend bis Montat früh werden in der Regel nie vor Montag abend in den Versand gegeben – nicht mal Amazon macht das anders. Ich kenne jedenfalls keinen Online-Shop, wo das anders wäre.

    Ich fordere ein Sonnenverbot von 22:00 bis 04:00 Uhr und zwar 7 Tage die Woche, jawoll!

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