[Aktuelles Stichwort] Onleihe, oder: öffentliche E-Book-Flatrate aus der Stadtbibliothek


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 bei ebooknews press erschienen – Tipp: zum Einführungspreis bestellen und vier Euro sparen!]

Unter der Onleihe (gebildet aus: Online & Ausleihe) versteht man das Herunterladen >>DRM-geschützter elektronischer Bücher vom Server einer Bibliothek, die auf Desktop oder mobilen Lesegeräten für eine begrenzte Zeit geöffnet werden können. Auf diese Weise wird die klassische Ausleihe von Print-Büchern simuliert – bis hin zu der Tatsache, dass nur eine begrenzte Anzahl von parallel nutzbaren Lizenzen für jedes Buch zur Verfügung stehen.

In Deutschland boten Anfang 2014 schon mehr als 800 öffentliche Bibliotheken einen solchen Service für E-Books im epub- und PDF-Format an, insgesamt sind mehr als 120.000 Titel ausleihbar. Auf dem selben Weg sind auch Filme, Hörbücher sowie E-Paper von Zeitungen und Zeitschriften nutzbar. Um die Onleihe entweder via Webbrowser oder via Onleihe-App für iOS bzw. >>Android-Geräte zu nutzen, muss man bei einer der teilnehmenden Bibliotheken angemeldet sein. Mit den jeweiligen Zugangsdaten lassen sich sich dann E-Books und andere Medien herunterladen und in der Regel für 14 Tage nutzen. Die Onleihe selbst ist dabei kostenlos, für die Registrierung als Bibliotheksnutzer sind jährliche Gebühren zu entrichten.

Für die technische Abwicklung dieses Angebots sorgt in Deutschland seit 2007 das Wiesbadener Unternehmen dvibib GmbH (Abkürzung für „Digitale Virtuelle Bibliotheken“), das auch die Wortmarke „Onleihe – Bibliothek digital“ besitzt. Vorbild ist das US-Unternehmen Overdrive, das sich bereits seit den 1980er Jahren auf den Vertrieb von virtuellen Medien insbesondere an Bibliotheken spezialisiert hat. In den USA können mit Overdrive-Technologie ausgeliehene E-Books auch mit Amazons Kindle Reader geöffnet werden. Die deutsche Onleihe funktioniert dagegen nur im Rahmen von Dateien, die mit Adobe DRM geschützt sind – dieser DRM-Standard wird von Amazons Lesegeräten nicht unterstützt.

Die Onleihe konkurriert in Deutschland mit kommerziellen Verleihmodellen, etwa der Flatrate-App >>Skoobe, dem werbefinanzierten Modell von >>Readfy sowie Amazons >>Kindle-Leihbibliothek. Da viele Verlage sich bei E-Book-Verleihkonzepten bisher abwartend verhalten, kommt die Breite des jeweiligen Angebots noch nicht an das des regulären Online-Buchhandels heran.


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Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „[Aktuelles Stichwort] Onleihe, oder: öffentliche E-Book-Flatrate aus der Stadtbibliothek“

  1. Mein Mann und ich sind von der Onleihe begeistert. Gerade die Möglichkeit auch Bücher ausleihen zu können, war mitentscheidend für den Kauf eines e-Book-Readers!

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