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Offen, sozial, browserbasiert: Mit “Sobooks” will Sascha Lobo den E-Reader beerdigen

3 Sep 2013 1 Kommentar

„Ich will die Branche mit ihren eigenen Waffen schlagen“: Als Keynote-Speaker Sascha Lobo Mitte 2012 die AKEP-Bühne betrat, gabs nicht nur 15 unbequeme Thesen zum Buchmarkt zu hören, sondern auch eine Breaking News – er werde „Sobooks“ gründen, einen Verlag neuen Typs, kündigte der Alpha-Blogger an. Seitdem rätselte die Branche, welche der präsentierten Buchmarkt-Tipps Lobo wohl umsetzen würde: Abschied von DRM, Produktpreis von Null Euro, Flatrate, Social Reading, Crowdfunding, oder gleich alles zusammen?

Einen wichtigen Hinweis gab schon damals Lobos Kompagnon Christoph Kappes: „Vielleicht führt das Wort ‘Verlag’ in die Irre“, erläuterte der Unternehmensberater & FAZ-Autor gegenüber W&V. Sobooks verstehe sich „eher als als Bündel von Services für Autoren und für Nutzer, dadurch kommt man mittelfristig zu neuen Preismodellen“. In der Überschrift des Artikels war sogar von einer “Social Media-Plattform” die Rede – doch dann folgte erstmal Funkstille. Außer einer Landing-Page mit Newsletter-Abo war bisher unter sobooks.de nichts zu finden…

Mehr als ein Jahr nach der Ankündigung scheint nun der Startschuss näherzurücken – und im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse machen etwas konkretere Infos die Runde: „Sobooks findet komplett im Browser statt. Wir glauben nicht an zusätzliche Geräte“, verriet Lobo jetzt im Interview mit dem Börsenblatt. E-Reader seien auf dem absteigenden Ast, genausowenig gehöre aber geschlossenen Systemen wie à la Amazon die Zukunft: „Wir haben Sobooks gegründet, um ein offenes, internetaffines Konzept in die Welt zu stemmen.“

Social Reading wird wohl ein weiterer Aspekt des browserbasierten E-Lese-Konzeptes von Sobooks sein – was man auch schon am Namen ablesen kann: Sobooks, so Lobo, steht nämlich für „Social Books“. Der Verlag neuen Typs könnte sich also am Ende als eine Art Crossover aus Readmill und Skoobe herausstellen, vielleicht noch mit einer Prise Xinxii und Startnext – und vor allem auf die Nutzer von Tablets und Smartphones zielen. Insofern dürfen wohl nicht nur die Leser, sondern auch die Autoren gespannt sein…

Abb.: Flickr/moeffju (cc)

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