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Nook Tablet bald in Deutschland? Barnes & Noble eröffnet Berliner Zentrale

29 Mrz 2012 Ansgar Warner 3 Kommentare

Kommt das Nook Tablet von Barnes & Noble noch vor Amazons Kindle Fire in Deutschland an? Durchaus möglich – denn momentan verdichten sich die Hinweise auf eine Präsenz der größten US-Buchhandelskette im E-Book-Business des alten Kontinents. Erst im Dezember 2011 war Barnes & Noble bei der Amsterdamer Handelskammer registriert worden und hatte Verhandlungen mit dem niederländischen Barsortimenter Centraal Bookhuis aufgenommen. Anfang März rührte Barnes & Noble dann auf der London Book Fair die Werbetrommel für den Nook. Nun ist offenbar Deutschland an der Reihe: Nach Informationen von Buchreport hat das US-Unternehmen vor wenigen Tagen die Barnes & Noble Digital Media GmbH angemeldet. Sitz der Firma ist mitten in Berlin in einem repräsentativen Geschäftsgebäude am Potsdamer Platz.

Thalia als deutscher Vertriebspartner?

Während Barnes&Noble in Großbritannien wohl mit der Buchhandelskette Waterstones kooperieren dürfte, ist hierzulande Thalia als potentieller Partner im Gespräch. Der finanziell kriselnde Buchhändler mit Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte mit den Nook Tablets dem E-Reader- und E-Book-Geschäft neuen Schwung verleihen – bei den Marktanteilen liegt Thalia deutlich hinter Amazon und Apples iBook-Store. Barnes & Noble wiederum wurde auf dem Tablet-Markt deutlich von Apple und Amazon abgehängt. Die Expansion nach Europa würde dabei helfen, den Abstand zu verkürzen. Über das Filialnetz der zweitgrößten deutschen Buchhandelskette hätte Barnes & Noble im Vertrieb vor Ort zudem einen strategischen Vorteil gegenüber dem reinen Online-Handel mit Kindle & Co.

Kopf an Kopf-Rennen zwischen Nook und Fire

Die Zeit ist allerdings knapp. Mit dem angekündigten Launch der Kindle-Touch-Modelle hat Amazon ab April auch in Deutschland bereits die gesamte Modellpalette im E-Ink-Bereich am Start. Als Schlussstein der Offensive bleibt nur noch der Marktstart des Kindle-Fire-Tablets. Einigt sich Barnes & Noble schnell genug mit deutschen Vertriebspartnern und E-Book-Lieferanten, könnte uns jedoch in der Liga der Lese-Tablets ein interessantes Kopf-an-Kopf-Rennen bevorstehen. Schon seit längerem wird der US-Store von Barnes & Noble durch das Börsenvereins-Portal Libreka mit deutschen Titeln versorgt. Technisch sind sich Kindle Fire und das neue Nook Tablet ähnlich, vom Chipsatz bis zur Android-Oberfläche. In den USA wird die Basisversion des Nook-Tablets mit 199 Dollar zum selben Preis angeboten wie das Konkurrenzprodukt von Amazon. Außer dem Nook-Tablet hat Barnes & Noble noch das ältere Nook Color sowie mit dem Nook Touch einen E-Ink-Reader mit Touch-Screen im Angebot.

(via Buchreport & TechCrunch)

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