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No Niiu today: Individualisierbare Tageszeitung stellt Erscheinen ein

19 Jan 2011

niiu-vor-dem-ausDeutschlands erste individualisierbare Tageszeitung steht vor dem Aus. Wie aus einem Schreiben an die niiu-Abonnenten hervorgeht, konnte das Berliner Startup sein Ziel von 5000 zahlenden Lesern nicht erreichen. Bei niiu war der Leser Redakteur: Seit Ende 2009 wählten niiu-Abonnenten ihre Lieblings-Ressorts aus mehr als einem Dutzend überrregionaler Zeitungen, dazu kamen Inhalte aus der Blogosphere. Per Digitaldruck wurde daraus dann eine personalisierte Tageszeitung, die jeden Morgen im Briefkasten landete.

Leser als Chefredakteur: Jedes Exemplar war ein Unikat

Hinter niiu standen zwei studentische Startup-Unternehmer: Wanja S. Oberhof und Hendrik Tiedemann. Auf dem Höhepunkt der Zeitungskrise wagten die beiden den Sprung ins kalte Wasser – statt E-Paper setzten sie mit ihrer Geschäftsidee weiterhin auf Papier, allerdings intelligent kombiniert mit Web-Technologie und den allerneuesten Digitaldruckmaschinen. Erklärter Anspruch war es, klassische Zeitungs-Inhalte mit Special-Interest-Themen aus dem Internet zu einem neuartigen Produkt zu bündeln (mit dabei war übrigens auch E-Book-News). Auch die enthaltenen Anzeigen konnten individuell zugeschnitten werden – was die niiu für die Werbebranche attraktiv machen sollte. Jedes Exemplar war ein Unikat, als Chefredakteur erschien im Impressum der Name des Abonnenten. Am 16. November 2009 wurden die ersten Exemplare in Berlin ausgeliefert (E-Book-News berichtete).

Falls niiu nocheinmal wiederkommt, dann in veränderter Form

Das Wohl und Wehe des Projekts hing natürlich von der erreichbaren Zahl der Leser ab – würde es der niiu gelingen, den Premium-Content für 1,80 pro Ausgabe (bzw. 1,20 Euro für Studenten) zu vermarkten? Der Einstieg war so niedrigschwellig wie möglich – statt einem normalem Abo konnte man via Paypal Gutscheine erwerben, die für eine bestimmte Anzahl von Ausgaben galten. Als besonderer Service kam Ende 2010 noch die niiu als E-Paper hinzu. Doch nach knapp dreizehn Monaten kam nun das vorläufige Aus. „Wir haben mit unserem Team über ein Jahr lang alles gegeben. Am Ende ist es uns bis heute aber nicht gelungen, in die Nähe der avisierten 5.000 zahlenden Leser zu kommen, die nötig sind um mit Niiu kostendeckend zu operieren. Aus diesem Grund müssen wir Niiu stoppen“, wurde den Abonnenten mitgeteilt. Falls niiu noch einmal wiederkommen sollte, dann wohl in anderer Form – meedia zufolge sind Oberhof und Tiedemann momentan auf der Suche nach neuen Geldgebern, um ihr Konzept in Richtung von individuellen Zeitungen für Hotels oder Gastronomiebetriebe weiterzuentwickeln.