Nielsen-Studie zum „vernetzten Konsumenten“: Ein Bericht zur Lage der Kindle-& iPad-Nation

nielsen-studie-e-reader-tablet-vernetzter-konsumentDer Medienkonsum wird immer mobiler. An die Stelle von PC, Buch oder Spielekonsole sind drahtlos vernetzte Gadgets getreteten – neben Smartphones, Netbooks und Tablets gehören dazu natürlich auch WiFi-fähige E-Reader wie Amazons Kindle. Doch wie werden diese Geräte im Alltag tatsächlich genutzt? Das US-Beratungsunternehmen Nielsen hat online 5000 Besitzer von Mobilgeräten aller Art befragt – und die Ergebnisse im aktuellen „State of the Media“-Factsheet zusammengefasst.

„Early Adopters“ nutzen Tablets & E-Reader

„State of the Media“, das klingt ein bisschen wie der Bericht zur Lage der Nation. Ist es auch, doch die Nation, um die es hier geht, ist die der Kindles und iPads. Im August 2010 fragte das US-Beratungsunternehmen Nielsen 5000 amerikanische Konsumenten, welche mobilen Geräte sie besitzen und vor allem, wie der Gadget-Fuhrpark im Alltag genutzt wird. Wichtigste Erkenntnis: Otto Normalverbraucher wird zunehmend zu Otto Mobilsurfer – das „State of the Media“-Factsheet spricht vom „increasingly connected Consumer“. Basis für diesen Trend sind Smartphones – ein Viertel der Befragten gab an, ein solches Gerät zu besitzen. Netbooks (8 Prozent), E-Reader (6 Prozent) und Tablet-PCs (4 Prozent) gehören dagegen auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch eher zu den exotischeren Gadgets. Die Nutzer von iPad, Kindle & Co. sind sich ihrer Vorreiterrolle offenbar auch sehr bewusst – 38% der E-Reader-Besitzer und sogar 48 % der Tablet-Besitzer würden sich selbst als „Early Adopters“ bezeichnen.

Männer lieben das iPad, Frauen eher den Kindle-Reader

Zum Profil des Medien-Pioniers gehört offenbar auch die Bereitschaft, mit einer zunehmenden Zahl von Geräten, Akkus und Ladekabeln zurechtzukommen. Denn Tablet- und E-Reader-Nutzer besitzen im Schnitt 5-6 vernetzte Geräte, u.a. Mobiltelefone, tragbare Computer, Media-Player oder Spielekonsolen. Ob Kindle oder iPad macht hier zugleich den feinen Unterschied aus – 65 Prozent der iPad-Nutzer sind Männer, bei Amazons E-Reader ist das Geschlechterverhältnis dagegen fast ausgeglichen. Wer auf dem E-Ink-Display liest, ist im Durchschnitt zudem etwas gebildeter und etwas wohlhabender. Auch in anderer Hinsicht scheinen Tablets und dedizierte Lesegeräte unterschiedlichen Kulturen anzugehören – so würden die meisten der Befragten zwar ihr Tablet mit Freunden oder Familie teilen, beim E-Reader sieht das aber ganz anders aus: diese Geräte werden ähnlich wie Mobiltelefone überwiegend nur von einer Person genutzt. Gelesen wird freilich auf dem iPad genauso wie auf dem Kindle – das größere Display führt sogar dazu, dass im Vergleich zum iPhone die Lesedauer zunimmt. Nur mit TV- und Videoanwendungen wird auf dem iPad noch mehr Zeit verbracht.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".