New York Times verschärft Paywall – es gibt aber zahlreiche Hintertürchen

Was für ein schöner Sonntag, der 18. März – vor allem für die Paid Content-Fraktion. Denn pünktlich zum ersten Geburtstag der New York Times-Paywall verkündete das Blatt neue Regeln für die kostenlose Nutzung der Website: „Ab April können alle Nutzer von NYTimes.com monatlich zehn Artikel kostenlos lesen (inklusive Slideshows, Videos u.a. Formate)“. Bisher wurde man erst nach 20 Artikeln pro Monat zur Kasse gebeten. Mit dieser Maßnahme will das finanziell klamme Unternehmen offenbar den Cash-Flow anregen. Wie die NYT zugleich bekannt gab, konnte man bisher knapp 450.000 zahlende Digital-Abonnenten gewinnen. In letzter Zeit hatte der Zuwachs an zahlenden Online-Kunden allerdings stark nachgelassen – als Reaktion wird nun das kostenlose Angebot verknappt.

Offizielles Workaround: Google & Social Media-Links

Um die Netzgemeinde nicht völlig zu vergrätzen, gibt es allerdings wie bisher zahlreiche Ausnahmen. „Leser die auf NYT-Artikel über Links aus E-Mails, Suchmaschinen, Blogs oder Social-Media-Portalen gelangen, werden auch weiterhin die jeweiligen Inhalte aufrufen können, selbst wenn sie ihr monatliches Lese-Limit erreicht haben. Bei manchen Suchmaschinen wird sich der Zugang auf fünf Artikel pro Tag beschränken“, teilte die NYT mit. Wer die 35 Dollar für ein 30-tägiges Digi-Abo sparen möchte, hat aber sogar noch weitaus mehr Möglichkeiten, die Paywall der New York Times zu umgehen. Zahlreiche Workarounds in Form von Bookmarklets und Skripten für den Browser können mit ein paar Klicks installiert werden.

Inoffizielles Workaround: Bookmarklets & Skripte

Zu den wichtigten gehören das NYTClean Bookmarklet sowie das NY Times Paywall User Script. Besondere technische Fähigkeiten sind dafür nicht nötig. Das Bookmarklet zieht man nach Aufruf der Projektwebsite ganz einfach in die Lesezeichen-Leiste des Browsers. Sobald sich beim Aufruf eines Artikels die Bezahlschranke senkt, klickt man auf das Bookmarklet, wodurch vereinfacht ausgedrückt der Besuchszähler wieder auf Null gesetzt wird. Ähnlich funktioniert das „NY Times Paywall User Script“. Um dieses Instrument einzusetzen, müssen Firefox-Nutzer zuvor das Add-On Greasemonkey installieren, Safari-Nutzer brauchen Greasekit. Wer mit Chrome surft, kann dagegen auf UserScript.org direkt „install“ anklicken. Eine weitere, direkte Alternative für Googles Browser ist – nomen est omen – der „New York Times Paywall Smasher“.

(via Teleread & Lifehack)

Abb.: flickr/B.K.Dewey

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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